Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Burgring 2, 8010 Graz
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Das Künstlerhaus ist für den Steiermärkischen Kunstverein Werkbund kein neutraler Veranstaltungsort, sondern ein Ort mit offener historischer Last. Die steirischen Künstlervereinigungen wurden 1938 von den Nationalsozialisten zerschlagen und enteignet. Nach 1945 verzichteten der Steiermärkische Kunstverein und die Genossenschaft bildender Künstler auf individuelle Rückerstattung und brachten die restituierten Mittel in das gemeinsame Bauprojekt eines Grazer Künstlerhauses ein. Dieses Haus ist daher nicht nur ein Ausstellungsort, sondern auch ein materielles Zeugnis von Verlust, Rückgewinnung und kulturellem Wiederaufbau.
Gerade deshalb ist das Künstlerhaus ein widersprüchlicher Ort. Es wurde als gemeinsamer Ort der steirischen Künstlervereinigungen gedacht, und der Werkbund war dort seit 1952 mit seinen Ausstellungen präsent. Umso schwerer wiegt, dass den traditionellen Vereinigungen in jüngerer Zeit Mitspracherecht und Ausstellungsraum beschnitten wurden; öffentlich war sogar davon die Rede, dass ihnen ihr Wirkungsplatz im Künstlerhaus schrittweise entzogen werde. Für den Werkbund bleibt das Künstlerhaus damit ein bedeutender, aber konfliktreicher Ort: ein Haus, das ohne die Geschichte der von den Nationalsozialisten enteigneten Künstlervereinigungen nicht denkbar wäre — und das sich daran messen lassen muss, ob diese Geschichte heute nur erinnert oder tatsächlich anerkannt wird.
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