WERKBUND-KÜNSTLER VERSTORBEN

Dietrich Edmund Cordes

* 1919 – † 1991

Dietrich Edmund Cordes ist Künstler und Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund in Graz. Disziplin: Kulturorganisator. Mitglied seit 1972.

Mitglied seit 1972 Kulturorganisator Maler

seit 1985 Ehrenpräsident

Dietrich Edmund Cordes

Künstlerischer Lebenslauf

Maler, Kulturorganisator und Ehrenpräsident des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund Dietrich Edmund Cordes wurde am 1. April 1919 in Graz geboren. Seine künstlerische Ausbildung begann bereits vor dem Zweiten Weltkrieg: Von 1937 bis 1942 studierte er bei Fritz Silberbauer, Daniel Pauluzzi, Alfred Wickenburg und Franz Trenk; nach dem Krieg setzte er seine künstlerische Arbeit und Ausbildung bei Peter Richard Oberhuber fort. Damit steht Cordes in enger Verbindung zu jener Grazer Künstlergeneration, die den Steiermärkischen Kunstverein Werkbund nach 1945 wesentlich prägte.Cordes war nicht nur als Maler tätig, sondern auch als Kulturvermittler und Organisator von Bedeutung. In der Nachkriegszeit gehörte er zu jenen Persönlichkeiten, die im Umfeld von Rundfunk, Öffentlichkeit und Kulturarbeit eine vermittelnde Rolle einnahmen. Für die Sendergruppe Alpenland ist Dietrich Cordes als verantwortliche Persönlichkeit nachweisbar; außerdem wurde Ing. Dietrich Cordes von der steirischen Landesregierung zum Leiter des Senders bestellt.2Für den Steiermärkischen Kunstverein Werkbund wurde Cordes ab den 1970er-Jahren zu einer tragenden Figur. Er war seit 1972 Mitglied des Werkbundes und wurde 1985 zum Ehrenpräsidenten ernannt. In der Werkbund-Chronik wird festgehalten, dass Cordes nach dem krankheitsbedingten Rücktritt Peter Richard Oberhubers 1982 gemeinsam mit Adolf A. Osterider interimistisch die Vereinsgeschäfte übernahm und 1985 für seine langjährige Aufbauarbeit als geschäftsführender Präsident zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt wurde.1Als Künstler bewegte sich Cordes im Umfeld einer gegenständlich geprägten, humanistischen Malerei. Besonders das Porträt nimmt in seinem Werk eine wichtige Stellung ein. Werke von Dietrich Edmund Cordes befinden sich unter anderem im Besitz der Städte Graz und Darmstadt. Für die Ehrenbürgergalerie des Grazer Rathauses schuf er die Bildnisse des Grazer Altbürgermeisters Dipl.-Ing. DDr. Alexander Götz im Jahr 1984 sowie von Univ.-Prof. Dr. mult. Otto Kratky im Jahr 1988.3 Seine Ausstellungstätigkeit belegt eine kontinuierliche Präsenz im steirischen und internationalen Kunstgeschehen. Einzelausstellungen fanden unter anderem im Grazer City-Hotel „Erzherzog Johann“, im Stadtmuseum Graz, in Innsbruck, Bruck an der Mur, Kapfenberg, Leibnitz, im Grazer Operncafé und 1989 im Grazer Künstlerhaus statt. Die Präsentation im Künstlerhaus Graz war zugleich eine Kollektion zu seinem 70. Geburtstag. Darüber hinaus nahm Cordes an Ausstellungen in Frankfurt am Main, Erlangen, Barcelona, Madrid, Darmstadt, Tirana, Reutlingen, Rijeka, Husum, Kiel, Norderstedt und Vilanova teil. Diese internationale Ausstellungstätigkeit verweist auf die Vernetzung des Werkbundes in jener Zeit und auf Cordes’ Rolle innerhalb eines künstlerischen Umfelds, das über Graz und die Steiermark hinaus wirkte. Die öffentliche Anerkennung seines Wirkens zeigt sich in mehreren Auszeichnungen: 1979 erhielt Cordes die Silberne Medaille der Landeshauptstadt Graz, 1984 das Goldene Ehrenzeichen der Landeshauptstadt Graz und 1989 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark.3 Dietrich Edmund Cordes gehört damit zu jenen Werkbund-Persönlichkeiten, deren Bedeutung über das eigene künstlerische Werk hinausgeht. Er verband Malerei, institutionelle Verantwortung und kulturpolitisches Engagement. Als Ehrenpräsident des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund steht er für eine Phase, in der der Verein seine Ausstellungsarbeit festigte, internationale Kontakte ausbaute und die Verbindung zwischen künstlerischer Qualität, öffentlicher Wirkung und persönlichem Einsatz weiterführte.

Auszeichnungen

  • 1979 – Silberne Medaille der Landeshauptstadt Graz
  • 1984 – Goldenes Ehrenzeichen der Landeshauptstadt Graz
  • 1989 – Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark

Quellen

  1. Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: Chronik des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund , Einträge zu 1982 und 1985.
  2. Rundfunk und Geschichte, Jg. 31, 2005, Heft 1–2: PDF-Dokument zur Sendergruppe Alpenland ; ergänzend: Sendergruppe Alpenland .
  3. Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: 125 Jahre Steiermärkischer Kunstverein – Werkbund. Jubiläums-Ausstellung im Künstlerhaus Graz, Mai/Juni 1990. Herausgeber: Steiermärkischer Kunstverein – Werkbund, Graz, 1990.

Ausstellungen

Einzelausstellungen

  • 1979 – Graz, City-Hotel „Erzherzog Johann“
  • 1982 – Graz, Stadtmuseum
  • 1983 – Innsbruck, Galerie Ynsprugger Werkstatt
  • 1983 – Bruck an der Mur, Galerie-Café „Pub-Club“
  • 1987 – Kapfenberg, Galerie-Café am Lindenplatz
  • 1987 – Leibnitz, Kulturzentrum
  • 1987 – Graz, Galerie im Operncafé
  • 1989 – Graz, Künstlerhaus; Kollektion zum 70. Geburtstag

Teilnahmen an Ausstellungen im Ausland

  • 1973 – Frankfurt am Main
  • 1976 – Erlangen, BRD
  • 1978 – Barcelona und Madrid, Spanien
  • 1980 – Darmstadt, BRD
  • 1980 – Tirana, Albanien
  • 1981 – Reutlingen, BRD
  • 1985 – Darmstadt, BRD
  • 1986 – Rijeka, Jugoslawien
  • 1987 – Husum, Kiel und Norderstedt, BRD
  • 1989 – Vilanova, Spanien