
WERKBUND-KÜNSTLER
VERSTORBEN
Prof. Mag. art. Adolf Anton Osterider
* 1924 – † 2019
Prof. Mag. art. Adolf Anton Osterider ist Künstler und Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund in Graz. Disziplin: Aquarellist.
Aquarellist
Bildende Kunst
Gestalter im öffentlichen und sakralen Raum
Grafiker
Maler
Im Werkbund
Adolf Anton Osterider – Präsident
Prof. Mag. art. Adolf Anton Osterider
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Farbenhaus Harnisch im Pöllauerhof
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Echte Raumansicht
Farbenhaus Harnisch im Pöllauerhof
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Künstlerischer Lebenslauf
Maler, Aquarellist, Grafiker, Kunstpädagoge und Präsident des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund
Adolf Anton Osterider (1924–2019) gehört zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten der steirischen Kunst nach 1945. Er wurde am 18. Juni 1924 in Graz geboren und verbrachte einen Teil seiner Jugend in Hartberg. Seine künstlerische Ausbildung begann 1938 an der Staatlichen Meisterschule für angewandte Kunst in Graz, wo er zunächst Keramik studierte und später zur Malerei wechselte. Nach der Unterbrechung durch Kriegsdienst und Gefangenschaft setzte er sein Studium fort und schloss 1951 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Sergius Pauser mit dem Diplom zum akademischen Maler ab.[1]
Osteriders Werk ist von einer eigenständigen Verbindung aus Gegenständlichkeit, expressionistischer Prägung und farblicher Verdichtung bestimmt. Das Belvedere beschreibt ihn als Künstler, der trotz des Einflusses des Expressionismus der Gegenständlichkeit verpflichtet blieb. Natur und Landschaft erscheinen in seinen Bildern nicht als reine Abbildung, sondern als erlebnishaft verdichtete Bildräume. Charakteristisch ist dabei weniger eine dramatische Hell-Dunkel-Wirkung als vielmehr die Gestaltung von Licht durch Kolorit.[2] Diese Einschätzung trifft besonders auf sein Aquarellwerk zu, in dem Farbe, Transparenz und atmosphärische Wahrnehmung zu zentralen Gestaltungsmitteln werden.
Seine Bildthemen reichen von Landschaften und südlichen Reiseeindrücken über religiöse und figürliche Motive bis zu Theater-, Zirkus- und Commedia-dell’arte-Szenen. Neben Ölmalerei, Aquarell und Grafik entwickelte Osterider ein umfangreiches Werk im öffentlichen und sakralen Raum. Der Kulturserver Graz nennt als zentrale Werkbereiche Sgraffito, Fresko, Emailmalerei sowie Beton- und Bleiglasfenster.[3] Werke befinden sich unter anderem in der Österreichischen Staatsgalerie Belvedere, in der Graphischen Sammlung Albertina, im Bundeskanzleramt/Kunstabteilung, in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum, im Kulturamt der Stadt Graz sowie in in- und ausländischen Sammlungen.[4]
Eine besondere Stellung nimmt Osteriders sakrales Werk ein. Für die Kirche der Justizanstalt Graz-Karlau wurde er mit der künstlerischen Konzeption der 1967 bis 1969 neugestalteten Kapelle betraut. Dort setzte er mit vierzehn hoch in die Wände eingelassenen Kreuzwegfenstern einen neuen künstlerischen Akzent. KULTUM beschreibt diese Fenster als mehrschichtige Bildlösung aus Glasbausteinen und innen vorgesetzten geätzten Glasplatten. Die grafisch reduzierten Darstellungen der Passion Christi werden durch einzelne farbige Glasbausteine symbolisch akzentuiert: Rot verweist auf Passionsmotive, Blau auf das Auftreten Mariens.[5] Auch das Altarkreuz wurde nach einem Entwurf von Adolf Osterider und Heide Osterider-Stibor ausgeführt; die Umsetzung erfolgte in der Metallwerkstätte der Justizanstalt durch Strafgefangene.[6]
Neben seinem künstlerischen Werk war Osterider über Jahrzehnte als Lehrer und Vermittler prägend. Von 1956 bis 1986 unterrichtete er an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Graz beziehungsweise an der HTBLA Ortweinplatz. Darüber hinaus hatte er Lehraufträge an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg sowie an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Graz.[7] Der Werkbund-Katalog nennt außerdem seine langjährige Tätigkeit als künstlerischer Leiter des Sommerseminars für kreatives Sehen und Gestalten in Schladming von 1972 bis 1992.[8]
Mit dem Steiermärkischen Kunstverein Werkbund war Osterider eng verbunden. 1950 gründete er gemeinsam mit gleichgesinnten Künstlern den Werkbund im Steirischen Kunstverein. Von 1988 bis 1999 führte er den Verein als Präsident; anschließend wurde er Ehrenpräsident.[9] Damit steht Osterider nicht nur für eine bedeutende künstlerische Position der steirischen Moderne nach 1945, sondern auch für eine wichtige Phase der Werkbund-Geschichte. Als Künstler, Lehrer und Vereinspräsident prägte er das Selbstverständnis des Werkbunds als qualitätsbewusste, gegenwartsbezogene und zugleich traditionsverbundene Künstlergemeinschaft.
Sein Werk wurde seit 1947 in zahlreichen Personal- und Kollektivausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Österreich, Albanien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Lettland, Slowenien, Spanien, Ungarn und den USA.[10] Zu den wichtigen Publikationen zählen unter anderem Adolf A. Osterider – Aquarelle mit Texten von Walter Koschatzky und Richard Rubinig, Fenster zum Glauben, Adolf A. Osterider, Die Aquarelle – Adolf A. Osterider, Expression und Transparenz sowie Commedia dell’Arte.[11]
Für sein künstlerisches und kulturpädagogisches Wirken erhielt Adolf Anton Osterider zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen der Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Steiermark, das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse sowie der Ehrenring des Landes Steiermark.[12] Die Stadt Graz würdigte ihn 1999 zudem mit der Bürgerwürde; der Gemeinderatsbeschluss erfolgte am 23. September 1999, die Festsitzung am 22. Oktober 1999.[13]
Adolf A. Osterider bleibt im Gedächtnis des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund als Künstler von großer malerischer Sensibilität, als Meister des Aquarells, als Gestalter bedeutender Werke im öffentlichen und sakralen Raum und als Lehrerpersönlichkeit von nachhaltiger Wirkung. Sein Werk verbindet steirische Verwurzelung, internationale Ausstellungstätigkeit, künstlerische Disziplin und eine unverwechselbare Sprache von Farbe, Licht und geistiger Tiefe.
Öffentliche Werke:
- „Vier Elemente“, Seccomalerei, 1955, sogenanntes Wetterhäuschen am Hochplateau des Schlossbergs, Graz.
- Tierkreiszeichen, Sgraffiti, 1960, Wiener Straße 223, Graz.
- Farbenhaus Harnisch, Wandbemalung / Fresko, 1963, Pöllauer Stiftshof, Mehlplatz 2, Graz.
- 14 Kreuzwegstationen und Altarkreuz, 1968/69, Messkapelle Hl. Thomas, Justizanstalt Graz-Karlau.
- Hl. Notburga, 1968, Landwirtschaftliche Hauswirtschaftsschule Haidegg, Graz.
- „Das Rathaus im Wandel der Zeiten“, Seccomalerei, 1971, Foyer des Grazer Rathauses.
- Hl. Rupert, Seccomalerei, 1973, Rupertikirche, Hohenrain, Hart bei Graz.
- Glasfensterzyklus, um 1990, Krankenhauskapelle der Elisabethinen, Graz.
- Johannesfenster, Matthäusfenster, Markusfenster und Lukasfenster, Bleiglasfenster / farbige Verglasung, 1992, Kirche St. Johannes, Graz.
- Farbglasfenster, 1997, Pfarrkirche St. Peter, Graz.
- „Engel mit Posaune“, Sgraffito, Wohnhaus Bahnhofstraße 20, Graz.
- Glasbilder „Gnade“ und „Versuchung“, Pfarrkirche Groß St. Florian.
- „Die Schöpfung“, Tafelbild, Pfarrsaal / Pfarrkirche Groß St. Florian.
Quellen und Anmerkungen
- Stadt Graz: Prof. Mag.art. Adolf Anton Osterider – Bürger der Stadt Graz, Abschnitt „Zur Person“. https://www.graz.at/cms/beitrag/10197695/7772794/Prof_Magart_Adolf_Anton_Osterider.html
- Belvedere Sammlung Online: Adolf Anton Osterider; zitiert nach Michaela Pappernigg (Bearb.): Kunst des 20. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 20. Jahrhunderts, Bd. 3: L–R, Wien 1997, S. 147. https://sammlung.belvedere.at/people/1585/adolf-anton-osterider
- Kulturserver Graz: Adolf Osterider, Abschnitt „Arbeiten im öffentlichen Raum“. https://kultur.graz.at/v/osterider.adolf.html
- Kulturserver Graz: Adolf Osterider, Abschnitt „Sammlungen“; vgl. auch Land Steiermark: Prof. OStR. Mag.art Adolf A. Osterider. Kurzbiographie, S. 1. https://www.news.steiermark.at/cms/dokumente/11696926_29771102/c9f79b7d/osterider.pdf
- KULTUM Graz: Heimo Kaindl: Durchblick auf das Leben | Justizanstalt Graz-Karlau; Text aus: Sakral : Kunst. Innovative Bildorte seit dem II. Vatikanischen Konzil in der Diözese Graz-Seckau, Regensburg 2015, S. 176–177. https://www.kultum.at/einrichtung/137/galerie/einmuseumvorderzeit/innovativebildorteseitdem/artikel_fenster/article/16921.html
- KULTUM Graz: Heimo Kaindl: Durchblick auf das Leben | Justizanstalt Graz-Karlau; Text aus: Sakral : Kunst, Regensburg 2015, S. 176–177. https://www.kultum.at/einrichtung/137/galerie/einmuseumvorderzeit/innovativebildorteseitdem/artikel_fenster/article/16921.html
- Stadt Graz: Prof. Mag.art. Adolf Anton Osterider – Bürger der Stadt Graz; Kulturserver Graz: Adolf Osterider; Land Steiermark: Kurzbiographie, S. 1. https://kultur.graz.at/v/osterider.adolf.html
- Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: 150 Jahre Steiermärkischer Kunstverein Werkbund, Graz 2015/2016, Katalogeintrag „Adolf Anton Osterider“, S. 58–61.
- Stadt Graz: Prof. Mag.art. Adolf Anton Osterider – Bürger der Stadt Graz; Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: 150 Jahre Steiermärkischer Kunstverein Werkbund, S. 58–61.
- Kulturserver Graz: Adolf Osterider, Abschnitt „Ausstellungen“; Land Steiermark: Kurzbiographie, S. 1. https://www.news.steiermark.at/cms/dokumente/11696926_29771102/c9f79b7d/osterider.pdf
- Kulturserver Graz: Adolf Osterider, Abschnitt „Publikationen“; Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: 150 Jahre Steiermärkischer Kunstverein Werkbund, S. 58–61.
- Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: 150 Jahre Steiermärkischer Kunstverein Werkbund, S. 58–61; Stadt Graz: Prof. Mag.art. Adolf Anton Osterider, Abschnitt „Zur Person“.
- Stadt Graz: Prof. Mag.art. Adolf Anton Osterider – Bürger der Stadt Graz, Angabe zu Gemeinderatsbeschluss und Festsitzung. https://www.graz.at/cms/beitrag/10197695/7772794/Prof_Magart_Adolf_Anton_Osterider.html
Ausstellungen
- 1952 – Plantation House, Readfield, USA [1]
- 1966 – Joanneum, Ecksaal, Graz [1]
- 1971 – Residenz, Salzburg, mit Rudolf Szyszkowitz [1]
- 1975 – Kulturhaus, Graz [1]
- 1975 – Handelskammer, Hartberg [1]
- 1978 – Montanuniversität Leoben [1]
- 1979 – Kurhaus Rogaška Slatina, Slowenien [1]
- 1980 – Stadtmuseum Graz [1]
- 1982 – Raiffeisenhof, Graz [1]
- 1983 – Museum für Ausländische Kunst, Riga, Lettland, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1] [3]
- 1984 – Bezirkshauptmannschaft Hartberg, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1]
- 1984 – Raiffeisenhof, Graz, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1]
- 1984 – Arge Alpe-Adria, Triest, Italien [3]
- 1985 – Stadtmuseum Graz [3]
- 1985 – Städtischer Ausstellungssalon, Pula, Kroatien, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1] [3]
- 1986 – Bildungshaus Mariatrost, Graz[1]
- 1987 – Annakapelle, Schladming, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1]
- 1989 – Bildungshaus St. Martin, Graz[1]
- 1989 – Kulturzentrum Leibnitz, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1]
- 1990 – Bezirkshauptmannschaft Hartberg[1]
- 1991 – Kulturtage, Amtshaus Anger, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1]
- 1991 – Diözesanmuseum Graz, gemeinsam mit Heide Osterider-Skibor[1]
- 1991 – Galerie am Institut für Kunstgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz[1]
- 1991 – Joanneum, Graz[3]
- 1992 – Retzhof, Leibnitz, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1]
- 1993 – Margret-Bilger-Galerie, Stift Schlierbach[1]
- 1994 – Künstlerhaus Graz[1][3]
- 1994 – Kultursaal Mariazell[1]
- 1995 – Kulturhaus Kindberg, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1]
- 1996 – Diözesanmuseum, Esztergom, Ungarn, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1][3]
- 1997 – Weberhaus und Kulturzentrum Weizberg, Weiz, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1][3]
- 1997 – Steirisches Feuerwehrmuseum, Groß St. Florian[1]
- 1997 – Galerie Synagoge, Zalaegerszeg, Ungarn, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor[1][3]
- 1998 – Kollegium des Hl. Stanislaus, Šentvid, Ljubljana, Slowenien, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1] [3]
- 1998 – Kloster Frohnleiten [3]
- 1999 – Schloss Hartberg [1]
- 1999 – Sodalitas / Katholisches Bildungshaus, Tainach, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1] [3]
- 1999 – Volksheim Köflach [1]
- 2001 – Künstlerhaus Graz [3]
- 2001 – Bildungshaus Mariatrost, Graz [3]
- 2002 – Schloss Lankowitz, Maria Lankowitz [1] [3]
- 2002 – Festsaal der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1] [3]
- 2003 – Freilichtmuseum Stübing [3]
- 2004 – Wandelhalle im Niedersächsischen Landtag, Hannover, Deutschland, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1] [3]
- 2004 – Stadtmuseum Graz [1]
- 2005 – Kunsthaus Köflach, gemeinsam mit Heide Osterider-Stibor [1] [3]
- 2006 – ORF-Funkhausgalerie / ORF-Landesstudio Steiermark, Graz [3]
- 2009 – ORF-Landesstudio Steiermark, Graz [1]
- 2009 – Steinerner Saal, Landhaus Graz [1]
- 2009 – Volksbildungsheim / Bildungshaus St. Martin, Graz [1]
- 2010 – Schloss Hartberg [1]
- 2010 – Kunsthalle Feldbach [3]
- 2012 – Burgmuseum Deutschlandsberg [3]
- 2013 – Archeo Norico / Burgmuseum Deutschlandsberg [1]
- 2014 – Steiermarkhof, Graz [1]
- 2018 – Bildungshaus Schloss St. Martin, Graz [1]
Quellen
- Bibliothek der Provinz: Adolf A. Osterider.
- https://kultur.graz.at/v/osterider.adolf.html
- Text: Steiermärkischer Kunstverein Werkbund: 150 Jahre Steiermärkischer Kunstverein Werkbund, Graz 2015/2016, Katalogeintrag „Adolf Anton Osterider“, S. 58–61. Ergänzende Werkbund-Quelle zu Mitgliedschaft, Werkbund-Präsidentschaft, Ausstellungen, Sammlungen, Publikationen und Auszeichnungen.
- Text: Stadt Graz: Prof. Mag. art. Adolf Anton Osterider – Bürger der Stadt Graz. Biografische Angaben sowie Hinweis auf zahlreiche Ausstellungen seiner Werke in nahezu allen europäischen Staaten und in den USA.
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12.06.2015 – 21.06.2015
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