Künstlerin • 🎨
Ingrid Knaus
Bildende Künstlerin | Malerei
Ingrid Knaus gehört zu jenen Künstlerinnen, deren Werk sich über Jahrzehnte hinweg aus einer kontinuierlichen, reflektierten Praxis entwickelt hat. Seit dem Beginn ihrer künstlerischen Arbeit Ende der 1970er-Jahre steht die Malerei als Denk- und Erfahrungsraum im Zentrum ihres Schaffens. Ihre Bilder entstehen nicht als Abbild äußerer Realität, sondern als Verdichtungen von Erinnerung, Wahrnehmung und innerer Bewegung.
Nach frühen Auseinandersetzungen mit der expressionistischen Malerei – zunächst in Form von Studien und Kopien – fand Ingrid Knaus rasch zu einer eigenen Bildsprache. Ihre frühen Arbeiten waren kleinformatige, poetisch aufgeladene Landschaften, deren Farbigkeit bereits eine deutliche Abkehr vom rein Gegenständlichen erkennen ließ. Diese Entwicklung setzte sich konsequent fort: Landschaft, Architektur, Alltagsräume und Stillleben werden in ihrem Werk nicht dargestellt, sondern transformiert.
Parallel zu ihrer künstlerischen Arbeit absolvierte Ingrid Knaus ein geisteswissenschaftliches Studium an der Karl-Franzens-Universität Graz (Deutsche Philologie, Italienisch, Kunstgeschichte). Die intensive Auseinandersetzung mit Literatur, Sprache und Bildtheorie prägt bis heute ihren Zugang zur Malerei. Ihre Dissertation zur Gestalt des Großvaters in der österreichischen Gegenwartsliteratur verweist auf ein zentrales Motiv ihres künstlerischen Denkens: Erinnerung als Struktur, nicht als Narration.
Seit den frühen 1990er-Jahren ist Ingrid Knaus als freiberufliche bildende Künstlerin tätig. Sie lebt und arbeitet in Graz. Ihre Werke zeichnen sich durch eine klare, oft serielle Arbeitsweise aus. Wiederkehrende Motive werden variiert, verkürzt, umgedeutet. Farbe fungiert dabei nicht illustrativ, sondern als tragendes Element innerer Spannung. Die Malerei bleibt bewusst offen – als Angebot an die Betrachtenden, eigene Assoziationen zu entwickeln.
Neben ihrer Ausstellungstätigkeit publiziert Ingrid Knaus seit vielen Jahren eigene Werk- und Textbände, insbesondere die fortlaufende Reihe „Farbiges Warten“, in der sich Bild und autobiografische Reflexion gegenseitig durchdringen. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und befinden sich in öffentlichen Sammlungen, Museen, Institutionen und im öffentlichen Raum.
Ingrid Knaus ist seit 1999 Mitglied bei Bildrecht und seit 2025 Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund.
Ausstellungen (Auswahl)
Aktuelle und jüngere Ausstellungen
- 2024 – Abkürzungen und Umwege, AK-Galerie, Graz
- 2024 – Accademia Culturale Il Marzocco / Galleria Centro Storico, Florenz
Rassegna Internazionale „La memoria delle emozioni“, Grand Prix „La rinascita della Vita“ - 2024 – Kunstgalerie Holasek, Graz (Kommission)
- 2024 – Oster-Kunstmarkt, Kulturzentrum Straßgang
- 2023–2024 – Galerie Preiner, Graz
- 2023–2024 – Galerie Transit, Graz
- 2023 – Vitrinage Esperantoplatz / Bikinifischverein, Graz
- 2022 – Atelier12, Graz
- 2022–2024 – zahlreiche Teilnahmen in Florenz (Galleria Centro Storico, Accademia Il Marzocco)
Internationale und institutionelle Ausstellungen (Auswahl)
- 2001 – Ecksaal, Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum
- 2002 – Stadtmuseum Graz, Gotische Halle
- 2003 – Biennale Florenz
- 2006 – Galleria Tondinelli, Rom (Patronanz Österr. Kulturforum)
- 2007 – Galerie Kleiner Prinz, Straßburg
- 2008 – Galerie Kleiner Prinz, Baden-Baden
- 2010 / 2013 – Rathausmuseum Gleisdorf
- 2016 – La Libertà illumina il Mondo, Galleria Centro Storico, Florenz
- 2017 – New Perspectives, Berlin
- 2018–2023 – zahlreiche internationale Ausstellungsformate und Rassegnen in Florenz
- 2019 – Personale, Turmgalerie Völkermarkt
Werke in öffentlichen Sammlungen und Räumen (Auswahl)
Land Steiermark (A9, Neue Galerie Joanneum), Stadt Graz, Stadt Gleisdorf, Stadt Deutschlandsberg, Stadt Völkermarkt, Land Niederösterreich, Arbeiterkammer Steiermark, Wirtschaftskammer Steiermark, Otto-Wagner-Galerie Wien, diverse Banken und öffentliche Einrichtungen.