
Shima Kaboli
Geboren 1978 in Teheran (Iran), lebt und arbeitet in Klagenfurt am Wörthersee Shima Kaboli ist Kalligrafin und bildende Künstlerin. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Schrift, Malerei und Relief
Werk
Auf unterstützten Smartphones oder Tablets kann das Werk maßstabsnah im Raum platziert werden.
Über die Künstlerin
Shima Kaboli ist eine Künstlerin, deren Werk tief in der persischen Kultur verwurzelt ist und zugleich eine klar zeitgenössische Sprache spricht. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Kalligrafie, Malerei, Materialkunst, Collage und Relief. Dabei verbindet sie traditionelle persische Schriftkunst mit experimentellen Materialien und einer modernen, oft abstrakten Bildauffassung.
Geboren 1978 in Teheran, wuchs Shima Kaboli in einem künstlerisch geprägten Umfeld auf. Ihr Vater, Yadollah Kaboli, zählt zu den bedeutenden Meistern der persischen Kalligrafie und prägte ihre frühe Begegnung mit Schrift, Linie, Rhythmus und künstlerischer Disziplin wesentlich. Schon als Kind wurde sie mit Kunst, Material, Farbe und Form vertraut – nicht als bloße Technik, sondern als selbstverständliche Sprache des Denkens und Empfindens.
Ihre künstlerische Ausbildung führte sie an die Art University of Tehran, wo sie Grafikdesign studierte und später einen Masterabschluss in Konservierung und Restaurierung historischer und kultureller Denkmäler erwarb. Zusätzlich erhielt sie eine Master-Zertifizierung der Iranian Calligraphers Association und unterrichtete mehrere Jahre am Sama-e-Ghalam Art Cultural Institute. Diese Verbindung von grafischer Gestaltung, kunsthistorischem Wissen, Restaurierungserfahrung und kalligrafischer Meisterschaft bildet bis heute das Fundament ihrer künstlerischen Arbeit.
Charakteristisch für Shima Kabolís Werk ist der sensible Umgang mit kulturellem Gedächtnis. In ihren Kalligrafie-Arbeiten verwendet sie unter anderem natürlichen Ton aus den Ausläufern des Alborz-Gebirges, den sie auf Leinwand aufträgt und mit Tusche, Pigmenten sowie keramischen oder ornamentalen Fragmenten verbindet. Dadurch entstehen vielschichtige Oberflächen, die an Erde, Mauern, alte Architektur, persische Fliesen und historische Spuren erinnern. Die Schrift wird dabei nicht nur gelesen, sondern gesehen, gespürt und als bildnerische Struktur erfahren.
Neben der Kalligrafie widmet sich Kaboli auch textilen und collagierten Bildwelten. In ihrer Serie „Grandma’s Forty Pieces“ arbeitet sie mit Fragmenten antiker handgefertigter Stoffe, Mustern und Fasern. Diese Materialien tragen Erinnerungen in sich: an Kleidung, Räume, Rituale, Familiengeschichten und an die Atmosphäre eines vergangenen Alltags. Kaboli übersetzt diese Spuren in eine zeitgenössische Bildsprache und schafft Werke, die zwischen persönlicher Erinnerung und kulturellem Archiv stehen.
Ihre Kunst ist dabei nie nostalgisch im einfachen Sinn. Sie bewahrt nicht nur Vergangenes, sondern aktiviert es neu. Alte Stoffe, persische Schriftzeichen, Ton, Ornament und historische Muster werden bei ihr zu Trägern einer lebendigen Gegenwart. In ihren Arbeiten begegnen sich Heimat und Migration, Tradition und Erneuerung, Handwerk und Konzept, Poesie und Materialität.
Shima Kaboli versteht Kunst als Brücke zwischen Kulturen. Ihre Bilder erzählen von Herkunft, Identität, Erinnerung und Verbindung. Sie laden dazu ein, in Linien, Schichtungen und Oberflächen eigene Geschichten zu entdecken. Gerade darin liegt die besondere Kraft ihrer Arbeit: Sie macht sichtbar, dass kulturelle Wurzeln nicht festhalten müssen, sondern wachsen, sich verwandeln und neue Formen annehmen können.
Mit ihrer Aufnahme in den Steiermärkischen Kunstverein Werkbund reiht sich Shima Kaboli in eine traditionsreiche Künstlergemeinschaft ein, die seit 1865 künstlerische Qualität, Eigenständigkeit und zeitgenössische Ausdruckskraft fördert. Der Werkbund bietet Künstlerinnen und Künstlern nicht nur eine Plattform, sondern auch ein kuratiertes Umfeld, in dem individuelle künstlerische Positionen sichtbar werden und in einen größeren kulturellen Zusammenhang treten.
Shima Kaboli schafft Kunst, die aus Erinnerung geboren ist und dennoch ganz in der Gegenwart steht. Ihre Werke tragen den Duft der Erde, die Eleganz der Schrift, die Würde alter Materialien und die Offenheit einer Künstlerin, die zwischen den Kulturen nicht trennt, sondern verbindet.
Archiv
Alle ansehen
Patchwork and Persian Calligraphy Art
Werkbund Art-Galerie
