
Manfred Möstl
1942 in Graz geboren 4jähriges Studium an der Kunstgewerbeschule am Ortweinplatz in Graz, Abteilung für Gold- und Silberschmiede bei Professor Georg SiederMal- und Zeichenunterricht bei den Professoren Rudolf Szyszkowitz
Möstl_2021
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Künstlerischer Lebenslauf
Manfred Johann Möstl, geboren 1942 in Graz, ist ein Künstler, dessen Lebensweg auf besondere Weise zwischen Handwerk, Technik, Pädagogik und bildender Kunst verläuft. Schon früh zeigte sich seine Begabung für das Zeichnen und Malen; ebenso prägend war seine Nähe zum handwerklichen Arbeiten. In der Werkstatt seines Vaters entwickelte er bereits als Kind ein Gefühl für Konstruktion, Material, Form und Präzision — Qualitäten, die später auch in seiner künstlerischen Bildsprache sichtbar werden sollten.
Seine fundierte Ausbildung absolvierte Möstl an der Kunstgewerbeschule am Ortweinplatz in Graz, in der Abteilung für Gold- und Silberschmiede bei Professor Georg Sieder. Ergänzt wurde diese Ausbildung durch Mal- und Zeichenunterricht bei prägenden steirischen Künstlerpersönlichkeiten wie Rudolf Szyszkowitz, Adolf A. Osterider, Otto Brunner und weiteren Lehrenden. Nach einer dreijährigen Berufspraxis als Goldschmied und Schmuckdesigner arbeitete er neun Jahre als technischer Zeichner im Brückenbauamt der Steiermärkischen Landesregierung. Diese Verbindung von künstlerischem Empfinden und technischer Exaktheit wurde zu einem bestimmenden Element seines Schaffens.
Auch sein weiterer Bildungsweg zeigt eine bemerkenswerte Konsequenz: Möstl legte die Matura am Bundesgymnasium für Berufstätige ab, studierte an der Pädagogischen Akademie der Diözese Graz-Eggenberg und absolvierte Lehramtsprüfungen für Volks-, Haupt- und Polytechnische Schulen. Über viele Jahre war er als Lehrer für Kunst- und Werkerziehung am Privatgymnasium Sacré Coeur tätig; zusätzlich unterrichtete er Technisches Zeichnen und Technisches Werken an der Polytechnischen Schule in Graz. Kunst war für ihn damit nie nur persönlicher Ausdruck, sondern immer auch Vermittlung, Bildung und Weitergabe von gestalterischem Denken.
Parallel dazu vertiefte Möstl seine eigene künstlerische Praxis durch Bildhauerseminare in Loretto und St. Margarethen, Seminare für Kunst- und Werkerzieher in Graz, Retzhof und Seckau sowie durch wiederholte Teilnahme an den Malerwochen auf Schloss Burgstall unter der Leitung von Professor Peter Szyszkowitz. Sein kunsthistorisches Interesse führte ihn schließlich an die Karl-Franzens-Universität Graz, wo er Kunstgeschichte studierte und den akademischen Grad Magister der Philosophie erlangte.
Im Zentrum seines künstlerischen Werkes steht eine eigenständige Acrylmalerei, in der sich technische Strukturen, Linien, rhythmische Ordnungen und freie kompositorische Setzungen miteinander verbinden. Möstl entlehnt Motive und formale Impulse aus der Welt der Technik, löst sie aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und überführt sie in eine malerische Sprache. So entstehen figürliche Arbeiten ebenso wie geometrische Kompositionen, abstrakte Formgefüge und grafisch bestimmte Bildräume. In Werkgruppen wie den „Abstrakten Kompositionen“, den „Abstragrafismen“ oder den „Mobilen Landschaften“ zeigt sich sein Interesse an Konstruktion, Bewegung, Oberfläche und Bedeutung. Besonders in den „Mobilen Landschaften“ wird der Blick auf Ausschnitte exklusiver Automarken zugleich zu einer künstlerischen Reflexion über Status, Technikfaszination und gesellschaftliche Symbolik.
Seit 2001 ist Manfred Johann Möstl Mitglied des Steiermärkischen Kunstverein Werkbund. Seine Zugehörigkeit zu dieser traditionsreichen Grazer Künstlervereinigung steht im Einklang mit einem Werk, das handwerkliche Qualität, künstlerische Eigenständigkeit und reflektierte Auseinandersetzung miteinander verbindet. Der Werkbund, der seit 1865 eine bedeutende Plattform für qualifizierte steirische Kunst bildet, gibt Künstlerinnen und Künstlern Raum, deren Arbeiten über bloße Dekoration hinausgehen und eine ernsthafte künstlerische Haltung erkennen lassen. In diesem Umfeld nimmt Möstl mit seiner Verbindung von Technik, Kunstgeschichte und malerischer Abstraktion eine unverwechselbare Position ein.
Möstl präsentierte seine Arbeiten unter anderem im Rahmen einer Werkbund-Ausstellungsbeteiligung auf Schloss Stainz im Jahr 2001, in Personalausstellungen in der Werkbundgalerie 2002 und 2005 sowie 2003 im Künstlerhaus Graz. Darüber hinaus nahm er an mehreren Gemeinschaftsausstellungen des Werkbundes im Künstlerhaus Graz teil, unter anderem in den Jahren 2002, 2004, 2005 und 2006.
Neben seiner künstlerischen Arbeit zeigt sich bei Manfred Möstl auch eine soziale und pädagogische Grundhaltung. Kunst versteht er nicht allein als individuelles Ausdrucksmittel, sondern auch als Möglichkeit, Menschen zu erreichen, Bildung zu fördern und gesellschaftliche Verantwortung sichtbar zu machen. So engagierte er sich unter anderem mit Bildspenden für karitative Projekte, etwa für Schulbauprojekte in Äthiopien und für die Erhaltung der Bärenschützklamm.
Manfred Johann Möstls Werk ist geprägt von Genauigkeit, Erfahrung und einem wachen Blick für Formen unserer gebauten und technischen Welt. Seine Kunst übersetzt Konstruktion in Farbe, Struktur in Rhythmus und Beobachtung in malerische Verdichtung. Gerade darin liegt ihre Eigenständigkeit: Sie verbindet die Sensibilität des Zeichners, die Präzision des Technikers, die Erfahrung des Pädagogen und die Freiheit des Künstlers.
Ausstellungen
Ausstellungen Manfred Möstl:
2001 – Ausstellungsbeteiligung des Werkbundes auf Schloss Stainz
2002 – Personalausstellung in der Werkbundgalerie
2003 – Ausstellung im Künstlerhaus Graz, Souterrain-Hauptraum
2004 – Teilnahme an der Gemeinschaftsausstellung des Werkbundes im Künstlerhaus Graz
2005 – Personalausstellung in der Werkbundgalerie
2005 – Teilnahme an der Gemeinschaftsausstellung des Werkbundes im Künstlerhaus Graz
2006 – Teilnahme an der Gemeinschaftsausstellung des Werkbundes im Künstlerhaus Graz
2016 – „Sakrale Impressionen“, Werkbund Galerie, Heinrichstraße 10, Graz; Eröffnung am 22. April 2016, Ausstellungsdauer 25. April bis 12. Mai 2016; Holz/Acryl auf Holzplatten
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