
Ivy Kollmann
In den Arbeiten von Ivy Kollmann verdichten sich Licht, Material und Erinnerung zu einer ästhetischen Sprache, die dem Sichtbaren ebenso Raum gibt wie dem Verborgenen. Die Künstlerin verbindet Malerei, Zeichnung, Fotogra
Werk 1
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Künstlerischer Lebenslauf
In den Arbeiten von Ivy Kollmann verdichten sich Licht, Material und Erinnerung zu einer ästhetischen Sprache, die dem Sichtbaren ebenso Raum gibt wie dem Verborgenen. Die Künstlerin verbindet Malerei, Zeichnung, Fotografie, Schriftkunst und Objektgestaltung zu atmosphärischen Kompositionen, die vom Prozess der Schichtung, Überlagerung und Reduktion getragen sind.
Ihre Werke entstehen im Zusammenspiel von Intuition und gestalterischer Klarheit – als feine Papierarbeiten, leuchtende Wandobjekte oder vielschichtige Mixed-Media-Arbeiten auf Leinwand, Acrylglas, Stein oder vergoldeten Trägern. Dabei zeigt sich eine künstlerische Haltung, die nicht laut auftreten muss, sondern durch Sensibilität, Materialbewusstsein und präzise gesetzte Akzente wirkt.
Ihr Weg führte Ivy Kollmann von der visuellen Mediengestaltung an der Ortweinschule Graz über unterschiedliche kreative Felder – darunter Fotografie, Grafikdesign, Illustration und Kalligrafie – hin zur freien Kunst. Ursprünglich aus der Fotografie kommend, arbeitete sie zunächst als Porträtfotografin und Illustratorin. 2004 gründete sie mit einer Kollegin das Grafikbüro TIGA Design, wo ihr Schwerpunkt weiterhin auf Illustration und visueller Kommunikation lag.
Ende 2007 wandte sie sich verstärkt ihrer eigentlichen Leidenschaft für Handwerk, Material und Licht zu. Es entstanden erste Designleuchten, die eine besonders prägende künstlerische Phase einleiteten. 2012 gründete sie in der Grazer Innenstadt ihr eigenes Kunstlichtatelier – einen Raum für gestalterische Grenzgänge, Lichtobjekte, Kalligrafie, individuelle Auftragsarbeiten und künstlerische Experimente.
In der Zeit der Pandemie verlagerte sich ihr Fokus zunehmend auf die Leinwand. Ab 2022 fand Ivy Kollmann in der Mixed-Media-Kunst jene Ausdrucksform, in der sich viele ihrer bisherigen Erfahrungen bündeln: Fotografie, Malerei, Schrift, Struktur, Oberfläche, Erinnerung und Materialästhetik. Besonders inspiriert wird sie von verwitterten Plakatwänden, verblichenen Fotografien, Schriftfragmenten, alten Putzschichten, überwucherten Bäumen, verlassenen Gebäuden und industriellen Spuren.
Ein zentrales Thema ihres aktuellen Schaffens ist die stille Präsenz des Vergänglichen. Unter den Leitmotiven „Lost Places“ und „Nearly Lost Species“ beschäftigt sie sich mit verlassenen Orten, bedrohten Lebensräumen und jenen Momenten, in denen Natur beginnt, das Menschengemachte zurückzuerobern. Ihre Bilder wirken teils surreal, teils meditativ – und laden dazu ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und die Schönheit im Übersehenen zu entdecken.
Dabei geht es Ivy Kollmann nicht nur um Ästhetik, sondern auch um Bewusstsein. Ihre Arbeiten machen sichtbar, wie fragil Lebensräume geworden sind, wie schnell Spuren verschwinden und wie viel Würde gerade im Verlassenen, Beschädigten oder beinahe Vergessenen liegen kann. Sie wirft Licht auf Orte, Arten und Erinnerungen, die im Alltag leicht übersehen werden.
Als Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund ist Ivy Kollmann Teil einer traditionsreichen, qualitätsbewussten Künstlergemeinschaft, die seit 1865 ausgewählte Positionen der Gegenwartskunst sichtbar macht. Ihr vielschichtiges Werk fügt sich in diesen Rahmen als eigenständige, materialstarke und zugleich poetische Position ein – geprägt von handwerklicher Genauigkeit, künstlerischer Offenheit und einem feinen Gespür für Licht, Erinnerung und Vergänglichkeit.
Ivy Kollmann lebt und arbeitet in Graz.
Ausstellungen
- 2003 – Mayers Restaurant, Graz – Fotografie und Digital Art
- 2004 – TIGA Design, Graz – Fotografie
- 2013 – Art Design Feldkirch – Lichtkunst
- 2014 – Personale „Lichtkunst“, Kreuzgang des Klosters Frohnleiten
- 2015 – MuseumsQuartier Wien – Lichtkunst
- 2016 – Designmonat Graz – Lichtkunst
- 2016 – MuseumsQuartier Wien – Lichtkunst
- 2017 – Designmonat Graz – Schmuckexkurs
- 2019 – Personale „Al Final del Túnel“, Riegersburg – Lichtkunst und Kalligrafiebilder
- 2019 – Kunstallee Graz – Lichtkunst
- 2020 – Burg Rabenstein – Lichtkunst
- 2023 – Seifenfabrik Graz – Lichtkunst und Mixed Media on Canvas
- 2025 – Personale „Lost Places & Dreamscapes“, Stallungen des Deutschordensritterhauses Graz – Mixed Media on Canvas
