WERKBUND-KÜNSTLER VERSTORBEN

Prof. August Ploček

* 1928 – † 2013

Prof. August Ploček ist Künstler und Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund in Graz. Disziplin: Architekt. Mitglied seit 1970.

Mitglied seit 1970 Architekt Ausstellungsarchitekt Grafiker Maler Plakatkünstler
Prof. August Ploček

Künstlerischer Lebenslauf

1928–2013 | Maler, Grafiker, Plakatkünstler und Ausstellungsarchitekt   Prof. August Ploček zählt zu jenen steirischen Künstlerpersönlichkeiten, deren Werk weit über das klassische Atelier hinausreichte. Geboren am 2. März 1928 in Stainach im obersteirischen Ennstal, wurde er in Graz künstlerisch ausgebildet und entwickelte sich zu einem vielseitigen Maler, Grafiker, Plakatgestalter und Ausstellungsarchitekten. Von 1942 bis 1946 besuchte Ploček die Grazer Kunstgewerbeschule. Seine Ausbildung umfasste Bildhauerei, Gebrauchsgrafik, Malerei, Innenarchitektur, Kostümkunde und Bühnenmalerei. Zu seinen prägenden Lehrern gehörten unter anderem Wilhelm Gösser, Hanns Wagula, Fritz Silberbauer, Rudolf Szyszkowitz, Peter Richard Oberhuber, Otto Alois Schmidt, Erna Pamberger und Heinz Ludwig. Nach seiner Ausbildung arbeitete Ploček bis 1949 im Grafik-Atelier von Fritz Krainz. Ab 1950 war er selbständig als Maler, Grafiker und Ausstellungsarchitekt tätig. Sein beruflicher Weg verband freie Kunst, angewandte Grafik und räumliche Gestaltung auf bemerkenswerte Weise. Er entwarf Plakate, gestaltete Präsentationen für Fremdenverkehr und Wirtschaft, Kongresse, Messeauftritte sowie kulturhistorische Ausstellungen. Besonders hervorzuheben sind seine Arbeiten für Ausstellungen zu Max Mell, Peter Rosegger und Paula Grogger sowie zahlreiche Plakate für das Kulturamt der Stadt Graz und Titelblätter für den „Grazer Stadtanzeiger“. Als Ausstellungsarchitekt arbeitete er unter anderem für das Österreichische Freilichtmuseum Stübing und für Einrichtungen des damaligen Landesmuseums Joanneum, darunter Schloss Stainz, Schloss Trautenfels und kulturhistorische Sammlungen. Pločeks künstlerische Sprache war vielschichtig. In seinem Werk finden sich Einflüsse von Surrealismus, Expressionismus, Kubismus, Pop-Art und Phantastischem Realismus. Er arbeitete in Öl, Tempera, Aquarell, Collage sowie in grafischen Techniken wie Bleistift-, Rötel- und Tuschzeichnung. Seine Motive reichen von Stillleben, Stadt- und Landschaftsbildern bis zu Porträts, Selbstporträts und figuralen Kompositionen. Seit 1970 war August Ploček Mitglied des Steiermärkischen Kunstvereins Werkbund. Damit gehörte er zu jener Generation von Werkbund-Künstlern, die die Verbindung von künstlerischer Qualität, öffentlicher Kulturarbeit und internationaler Ausstellungstätigkeit besonders sichtbar machten. Im Werkbund steht Ploček für ein Kunstverständnis, das handwerkliche Sicherheit, gestalterische Präzision und kulturelle Verantwortung miteinander verbindet. Für sein Wirken erhielt August Ploček zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstförderungspreis der Stadt Graz, die Kunst-Ehrenmedaille der Stadt Graz, den Kunstpreis der Ernst-von-Dombrowski-Stiftung, den Berufstitel „Professor“ sowie das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark. Die Stadt Graz würdigte ihn darüber hinaus als Bürger der Stadt Graz. August Ploček war kein Künstler der lauten Selbstdarstellung, sondern ein Gestalter mit sicherem Formgefühl, großem handwerklichem Können und einem ausgeprägten Sinn für öffentliche Kulturarbeit. Sein Werk steht für eine steirische Kunstauffassung, die das Einzelbild, die Grafik, das Plakat und den gestalteten Raum gleichermaßen ernst nimmt.

Einzelausstellungen laut Werkbund-Unterlagen

  • 1982 – Graz, City-Hotel „Erzherzog Johann“
  • 1983 – Graz, Stadtmuseum
  • 1984 – Bruck an der Mur, Galerie-Café „Pub Club“

Teilnahmen an Ausstellungen im Ausland laut Werkbund-Unterlagen

  • 1976 – Erlangen, BRD
  • 1978 – Barcelona, Spanien
  • 1980 – Darmstadt, BRD; Tirana, Albanien
  • 1981 – Reutlingen, BRD; Tarragona, Spanien
  • 1985 – Darmstadt, BRD
  • 1986 – Rijeka, Jugoslawien / Kroatien

Auszeichnungen laut Werkbund-Unterlagen

  • 1948 – Steirischer Plakatwettbewerb, 2. Preis
  • 1957 – Plakatwettbewerb „Erzherzog Johann“, 2. Preis
  • 1968 – Plakatwettbewerb „Graz“, 1. Preis
  • 1977 – Kunstförderungspreis der Stadt Graz
  • 1980 – Wegweiser-Wettbewerb der Stadt Graz, 1. Preis
  • 1983 – Kunst-Ehrenmedaille der Stadt Graz

Quellen

  1. Werkbund-Archiv: Buchseiten zu Prof. August Ploček, Biografie, Mitgliedschaft, Ausstellungen und Auszeichnungen.
  2. Stadt Graz: „Prof. August Plocek – Bürger der Stadt Graz“.
  3. Steiermarkhof: Einladung / Gedenkausstellung August Ploček, Hofgalerie Steiermarkhof.
  4. EnnstalWiki: „August Ploček“.