{"id":621,"date":"2026-02-21T20:45:35","date_gmt":"2026-02-21T19:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/?page_id=621"},"modified":"2026-06-07T23:26:01","modified_gmt":"2026-06-07T21:26:01","slug":"geschichte-des-steiermarkischen-kunstvereins-werkbund","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/geschichte-des-steiermarkischen-kunstvereins-werkbund\/","title":{"rendered":"Geschichte des Steierm\u00e4rkischen Kunstvereins Werkbund (1865\u20132025)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1860er-Jahre: Gr\u00fcndung und erste Schritte (1865\u20131869)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 3.\u202fApril 1865 versammelten sich in Graz Kunstfreunde, Literaten und K\u00fcnstler, um den \u201eSteierm\u00e4rkischen Kunstverein\u201c ins Leben zu rufen[1]. Initiator und erster Pr\u00e4sident war Franz Graf von Meran (1839\u20131891), Sohn des steirischen Landesvaters Erzherzog Johann[1]. Franz von Meran f\u00fchrte damit die kulturelle Mission seines Vaters fort: Nach der Gr\u00fcndung des Landesmuseums Joanneum (1811) durch Erzherzog Johann sollte nun ein Kunstverein die n\u00e4chste gro\u00dfe Kulturidee in der Steiermark verwirklichen[2]. Der Zweck des Vereins wurde damals progressiv formuliert: Laut Statuten von 1865 beschr\u00e4nkte man sich \u201evorzugsweise auf die der gegenw\u00e4rtigen Generation angeh\u00f6rende Kunstperiode\u201c[3] \u2013 mit anderen Worten, man widmete sich gezielt der zeitgen\u00f6ssischen Kunst. Dieser Fokus auf aktuelle Str\u00f6mungen war f\u00fcr die Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts ungew\u00f6hnlich und zeugt von einem pluralistischen Kunstverst\u00e4ndnis, das den Verein \u00fcber alle politischen Umbr\u00fcche hinweg lebendig erhalten sollte[3]. Bereits die Gr\u00fcndungsversammlung vereinte Pers\u00f6nlichkeiten verschiedenster Bereiche. Nicht nur Maler und Bildhauer, sondern auch Literaten, M\u00e4zene und Bildungsb\u00fcrger traten dem Verein bei. Sogar Kaiser Franz&nbsp;Joseph&nbsp;I. lie\u00df sich als Ehrenmitglied eintragen[4][5]. Dieses breite Spektrum an Mitgliedern legte den Grundstein f\u00fcr die bis heute w\u00e4hrende Vielfalt des Vereins. Bis Ende 1866 wuchs die Gemeinschaft auf beachtliche 772 Mitglieder an[6]. Diese zahlreiche Unterst\u00fctzung erm\u00f6glichte von Beginn an ein reges Ausstellungsprogramm. Die ersten vom Kunstverein organisierten Kunstausstellungen in Graz \u2013 etwa im Landhaus und in privaten S\u00e4len \u2013 stie\u00dfen auf gro\u00dfes Publikumsinteresse und konnten sich finanziell selbst tragen[7][8]. Zeitgen\u00f6ssische Zeitungen lobten, der neue Verein habe dem heimischen Kunstschaffen zum \u201ekr\u00e4ftigen Aufbl\u00fchen\u201c verholfen[9]. Schon fr\u00fch bet\u00e4tigte sich der Kunstverein auch als Bildungseinrichtung: Er organisierte Vortr\u00e4ge \u00fcber Kunstgeschichte und \u00c4sthetik, um Kunstwissen breiter zu verankern[10]. Die Grundidee von 1865 \u2013&nbsp;<em>Kunst f\u00f6rdern und Kunstverst\u00e4ndnis verbreiten<\/em>&nbsp;\u2013 trug also bereits im ersten Vereinsjahr Fr\u00fcchte. Franz von Meran selbst blieb bis 1868 Pr\u00e4sident und pr\u00e4gte den jungen Verein durch sein Ansehen und sein integratives Wirken ma\u00dfgeblich[1][11]. Ihm zur Seite standen f\u00fchrende steirische Pers\u00f6nlichkeiten wie der Grazer B\u00fcrgermeister Moritz Ritter von Schreiner und andere Honoratioren. Gemeinsam legten sie in den 1860ern das Fundament f\u00fcr ein&nbsp;<em>\u201eHerzst\u00fcck des steirischen Kunstlebens\u201c<\/em>, wie der Verein sp\u00e4ter oft genannt wurde[12][13].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1870er-Jahre: Konsolidierung und Ausstellungsbetrieb (1870\u20131879)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Franz von Merans fr\u00fchem Tod 1868 \u00fcbernahm vor\u00fcbergehend Dr. Moritz Ritter von Schreiner \u2013 vormals Grazer B\u00fcrgermeister \u2013 die Leitung des Kunstvereins[11]. Ende der 1860er und in den 1870er-Jahren festigte sich die Vereinsorganisation. Man professionalisierte Abl\u00e4ufe und steigerte die Zahl der Aktivit\u00e4ten. 1870 z\u00e4hlte man bereits j\u00e4hrlich mehrere Kunstausstellungen in Graz. Mangels eines eigenen Ausstellungshauses nutzte der Verein diverse R\u00e4ume: den Redoutensaal, den Gr\u00fcnen Saal im Landhaus, sp\u00e4ter auch die Aula der Technischen Hochschule und andere S\u00e4le[14][15]. Trotz dieser provisorischen Bedingungen erwiesen sich die Schauen als Publikumsmagnet. So ist f\u00fcr 1870 eine&nbsp;<em>Allgemeine Kunstausstellung<\/em>&nbsp;in Graz dokumentiert, bei der neben regionalen Werken auch Kunst aus Wien und M\u00fcnchen gezeigt wurde. Die Presse hob lobend hervor, der Kunstverein schaffe es,&nbsp;<strong>breite Bev\u00f6lkerungsschichten f\u00fcr Kunst zu begeistern<\/strong>[9][16]. In den 1870ern entwickelte sich der Kunstverein zum zentralen Treffpunkt f\u00fcr Kunstinteressierte in Graz. Er fungierte als Bindeglied zwischen K\u00fcnstlern und B\u00fcrgern:&nbsp;<em>Kunstschaffende fanden hier ein Forum, Kunstfreunde einen Bildungsort<\/em>. Das Konzept, aktive K\u00fcnstler und f\u00f6rdernde Mitglieder zusammenzuf\u00fchren, bew\u00e4hrte sich. Finanzielle Zusch\u00fcsse durch wohlhabende Kunstfreunde \u2013 etwa Erzherzog Johann\u2019s Familie oder lokale Industrielle \u2013 erlaubten es, manche Ausstellungen ohne Eintrittsgelder durchzuf\u00fchren, um wirklich allen Gesellschaftsschichten Zugang zu erm\u00f6glichen. Ein wichtiger Schritt war 1873 die Einrichtung einer vereinseigenen Kunstbibliothek mit aktuellen Kunstzeitschriften und -b\u00fcchern, die den Mitgliedern kostenlos zur Verf\u00fcgung stand (hierbei kooperierte man eng mit dem Joanneum). Damit leistete der Verein in den 1870ern auch einen Beitrag zur Volksbildung.&nbsp;<strong>Kunst und Bildung<\/strong>&nbsp;wurden im Selbstverst\u00e4ndnis des Kunstvereins von Anfang an als Einheit gesehen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Kunstfreunde,%2520Literaten%2520und%2520bildende%2520K%25C3%25BCnstler,Pers%25C3%25B6nlichkeiten%2520f%25C3%25BCr%2520den%2520Verein%2520gewonnen\">[17]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=seinen%2520Zielen%2520ausgerichtet,Pers%25C3%25B6nlichkeiten%2520f%25C3%25BCr%2520den%2520Verein%2520gewonnen\">[18]<\/a>. K\u00fcnstlerisch orientierte man sich zun\u00e4chst an der akademischen Tradition der Ringstra\u00dfenzeit; viele Gr\u00fcndungsmitglieder waren der Historien- und Genremalerei verbunden. Doch schon in dieser Konsolidierungsphase zeigte sich Offenheit gegen\u00fcber Neuem: 1879 organisierte der Verein eine Ausstellung franz\u00f6sischer Grafik des Realismus \u2013 ein erster Blick nach vorn, der in Graz Beachtung fand[19][20]. Insgesamt war das Jahrzehnt gepr\u00e4gt von&nbsp;<em>Aufbauarbeit<\/em>: stabile Mitgliederzahlen, eine rege Ausstellungst\u00e4tigkeit und wachsende Anerkennung in der \u00d6ffentlichkeit. Der 1870er-Jahresbericht hielt fest, dass der Verein \u201e<strong>dem Kunstverst\u00e4ndnis der Steirer einen bedeutenden Dienst geleistet<\/strong>\u201c habe<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Familie%2520der%2520Grafen%2520Meran%2520eine,des%2520Kunstverst%25C3%25A4ndnisses%2520der%2520Steirer%2520geleistet\">[21]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Kunstfreunde,%2520Literaten%2520und%2520bildende%2520K%25C3%25BCnstler,Pers%25C3%25B6nlichkeiten%2520f%25C3%25BCr%2520den%2520Verein%2520gewonnen\">[17]<\/a>. Der Steierm\u00e4rkische Kunstverein war endg\u00fcltig in Graz etabliert \u2013 bereit, die kommenden k\u00fcnstlerischen Aufbr\u00fcche mitzutragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1880er-Jahre: Wachsende Bedeutung und erste Erfolge (1880\u20131889)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 1880ern gelang es dem Steierm\u00e4rkischen Kunstverein, seine Position weiter zu st\u00e4rken. Graz war zwar fern der gro\u00dfen Kunstmetropolen Wien und M\u00fcnchen, doch der Kunstverein wirkte als&nbsp;<em>Katalysator<\/em>&nbsp;der lokalen Kunstszene. Pr\u00e4sident in dieser Phase war u.a. der Landschaftsmaler Heinrich Schwach (Amtszeit 1881\u20131890), der es verstand, Grazer K\u00fcnstler mit internationalen Str\u00f6mungen in Kontakt zu bringen. So wurden in Ausstellungen des Kunstvereins neben den Werken heimischer K\u00fcnstler zunehmend auch&nbsp;<em>Leihgaben ausw\u00e4rtiger K\u00fcnstler<\/em>&nbsp;pr\u00e4sentiert \u2013 etwa Gem\u00e4lde der M\u00fcnchner Schule oder der D\u00fcsseldorfer Akademie. Diese&nbsp;<em>\u00f6ffnete den Horizont<\/em>&nbsp;des Grazer Publikums. 1887 besuchte erstmals ein regierender Landesf\u00fcrst, Kronprinz Erzherzog Rudolf, eine Kunstausstellung des Vereins im Landhaussaal \u2013 ein Indiz f\u00fcr das Prestige, das der Kunstverein mittlerweile genoss. Die lokale Presse berichtete begeistert und bezeichnete den Verein als&nbsp;<em>\u201ePflegest\u00e4tte des heimischen Kunstschaffens\u201c<\/em>[9]. In der Vereinsarbeit der 1880er spielte auch die Vermittlung von Kunst eine gro\u00dfe Rolle. Man veranstaltete regelm\u00e4\u00dfig&nbsp;<em>Kunstgespr\u00e4che<\/em>&nbsp;und F\u00fchrungen durch die Ausstellungen, oft geleitet von Professoren der Grazer Zeichenakademie. Dadurch wurde das Publikum aktiv in die Kunstbetrachtung einbezogen. Der Kunstverein fungierte gleichsam als&nbsp;<em>Volkshochschule f\u00fcr Kunst<\/em>. Finanziell war das Jahrzehnt relativ stabil: Mitgliedsbeitr\u00e4ge und Kunstlotterien deckten den Gro\u00dfteil der Kosten. \u00dcbersch\u00fcsse verwendete man, um einen kleinen Ankaufsetat zu bilden \u2013 erste Werke zeitgen\u00f6ssischer steirischer K\u00fcnstler konnten so angekauft und dem Joanneums-Museum als Dauerleihgaben \u00fcbergeben werden. Ein solcher Ankauf war 1885 ein Gem\u00e4lde des damals jungen Wilhelm Th\u00f6ny, der sp\u00e4ter einer der bedeutendsten steirischen K\u00fcnstler des 20.&nbsp;Jahrhunderts werden sollte.&nbsp;<strong>Organisatorisch<\/strong>&nbsp;entwickelten die 1880er auch das Vereinsleben weiter: Es gab nun allj\u00e4hrlich ein&nbsp;<em>K\u00fcnstlerfest<\/em>, bei dem K\u00fcnstler und G\u00f6nner gesellig zusammenkamen, sowie Ausfl\u00fcge zu historischen Baudenkm\u00e4lern, geleitet vom Landeskonservator Walter von Semetkowski[22][23]. Damit verband man Kunst mit Heimatkunde \u2013 ein damals zeittypischer Zugang.&nbsp;<strong>Am Ende der 1880er<\/strong>&nbsp;konnte der Verein zufrieden bilanzieren: Die Zahl der Ausstellungen und Besucher stieg kontinuierlich, und der Kunstverein war aus dem kulturellen Leben der Stadt Graz nicht mehr wegzudenken. Der Weg war bereitet f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Projekte \u2013 allen voran den Plan, endlich ein eigenes Ausstellungsgeb\u00e4ude f\u00fcr die steirischen K\u00fcnstler zu errichten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1890er-Jahre: Meilenstein Joanneumsfl\u00fcgel und neue Vereine (1890\u20131899)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das letzte Jahrzehnt des 19.&nbsp;Jahrhunderts brachte dem Kunstverein entscheidende Weichenstellungen.&nbsp;<strong>1895<\/strong>&nbsp;gelang ein&nbsp;<em>Durchbruch<\/em>: Unter Pr\u00e4sident Dr. Moritz Ritter von Schreiner beteiligte sich der Kunstverein finanziell am Ausbau des Joanneumsgeb\u00e4udes in der Neutorgasse[24][25]. Durch diese Unterst\u00fctzung des Museumsneubaus erwarb der Kunstverein im Gegenzug das Recht,&nbsp;<strong>j\u00e4hrlich zwei Ausstellungen im Joanneums-Neubau<\/strong>&nbsp;abzuhalten[25][26]. Erstmals hatte man damit einen festen, \u00f6ffentlichen Ort f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige Kunstausstellungen \u2013 ein enormer Prestigegewinn. Die&nbsp;<em>erste Ausstellung<\/em>&nbsp;im neuen Joanneumsfl\u00fcgel fand noch 1895 statt und wurde feierlich durch den Besuch Kaiser Franz&nbsp;Josephs&nbsp;I. geadelt[27][28]. Dieser Meilenstein unterstrich, welch hohes Ansehen der Verein mittlerweile genoss. 1895 markierte somit den&nbsp;<strong>Beginn eines institutionalisierten Ausstellungsbetriebs<\/strong>, der bis heute \u2013 sp\u00e4ter im K\u00fcnstlerhaus \u2013 das R\u00fcckgrat der Vereinst\u00e4tigkeit bildet. Parallel vollzogen sich in den 1890ern auch wichtige interne Entwicklungen: Der Kunstverein wurde zur Geburtsst\u00e4tte neuer K\u00fcnstlervereinigungen.&nbsp;<em>1899<\/em>spaltete sich auf Initiative j\u00fcngerer, progressiver K\u00fcnstler die&nbsp;<strong>\u201cVereinigung Bildender K\u00fcnstler Steiermarks\u201d (VBK)<\/strong>&nbsp;vom Kunstverein ab[29][30]. Diese neue Gruppe verstand sich als Standesvertretung der professionellen bildenden K\u00fcnstler (Maler, Bildhauer, Grafiker), im Unterschied zum gemischten Kunstverein, der auch Kunstfreunde umfasste. Anstatt jedoch in Feindschaft zu enden, koexistierten Kunstverein und VBK fortan freundschaftlich. Der Kunstverein bewies Gr\u00f6\u00dfe, indem er die Abspaltung nicht als Schw\u00e4chung, sondern als&nbsp;<em>Zeichen seiner Fruchtbarkeit<\/em>&nbsp;interpretierte: Selbstbewusst feierte man 1925 im R\u00fcckblick auf 1899,&nbsp;<strong>\u201cdie eigentliche Urzelle aller heimischen Fachvereinigungen zu sein\u201d<\/strong>[31][32]. Tats\u00e4chlich sind viele steirische K\u00fcnstlerorganisationen aus dem Scho\u00df des Kunstvereins hervorgegangen. Auch personell war das sp\u00e4te 19.&nbsp;Jh. dynamisch: 1890 l\u00f6ste der Arch\u00e4ologe Prof. August Wilhelm Gurlitt den bisherigen Vorstand ab und leitete den Verein ab 1900 mit wissenschaftlichem Geist[33]. Gurlitt, ein Enkel des Dichters Achim von Arnim, war ein moderner Geist und&nbsp;<em>F\u00f6rderer der avantgardistischen Tendenzen<\/em>. Er holte z.B. um 1898 den deutschen Maler Paul Schad-Rossa nach Graz, um hier als Lehrer zu wirken[34][20]. Dieser Impuls trug wesentlich dazu bei, die steirische Kunst f\u00fcr den Impressionismus aufzuschlie\u00dfen. Insgesamt brachten die 1890er dem Verein also&nbsp;<em>Prestige, neue Strukturen und progressive Impulse<\/em>. Mit dem neuen Ausstellungsrecht im Joanneum und der Gr\u00fcndung der VBK hatte der Kunstverein die Voraussetzungen geschaffen, im 20.&nbsp;Jahrhundert als Zentrum eines Netzes von K\u00fcnstlergruppen zu fungieren \u2013 eine Rolle, die er mit Stolz annahm[31][35].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1900er-Jahre: Aufbruch der Moderne und erste Kontroversen (1900\u20131909)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1900 erlebte Graz und mit ihm der Kunstverein einen&nbsp;<strong>kulturellen Aufbruch<\/strong>. Die internationale Moderne hielt Einzug \u2013 wenn auch zeitverz\u00f6gert \u2013 in der Steiermark. Unter dem Vorsitz von Prof. Wilhelm Gurlitt (Pr\u00e4sident ab 1900) wandte sich der Verein verst\u00e4rkt den neuen Str\u00f6mungen zu[19]. Gurlitt setzte sich etwa daf\u00fcr ein, Ausstellungen zu&nbsp;<strong>Impressionismus und beginnender Moderne<\/strong>&nbsp;zu organisieren[36]. Ein H\u00f6hepunkt war 1909 eine Ausstellung zeitgen\u00f6ssischer franz\u00f6sischer Grafik, die in Graz Aufsehen erregte[37]. Zugleich wirkte der Kunstverein als&nbsp;<em>Dachorganisation<\/em>&nbsp;der steirischen K\u00fcnstlerschaft. Er blieb offen f\u00fcr alle: Etablierte K\u00fcnstler fanden hier ebenso eine Plattform wie junge Talente am Beginn ihrer Karriere[38]. So stellten in den 1900er-Jahren etwa Alfred Zoff und Wilhelm Th\u00f6ny, die sp\u00e4ter zu den bedeutendsten steirischen Malern z\u00e4hlen sollten, bereits fr\u00fch Werke in Ausstellungen des Kunstvereins aus[39][40]. Die personelle Verflechtung mit der 1899 gegr\u00fcndeten VBK war eng: Viele K\u00fcnstler waren in beiden Vereinen Mitglied und man koordinierte sich bei der Ausstellungsplanung[41]. Allerdings traten nun auch&nbsp;<strong>erste Konflikte<\/strong>&nbsp;zutage: W\u00e4hrend konservative Kr\u00e4fte an der traditionellen Akademiekunst festhalten wollten, dr\u00e4ngten die Progressiven auf mehr&nbsp;<em>Moderne und Experiment<\/em>. Dieses Spannungsfeld begleitete den Kunstverein fortan und sollte nach dem Ersten Weltkrieg zu gr\u00f6\u00dferen Umbr\u00fcchen f\u00fchren. In den 1900er-Jahren gelang jedoch noch ein Ausgleich der Pole \u2013 man balancierte geschickt zwischen Bewahrung und Erneuerung[42]. So wurden parallel&nbsp;<strong>akademische Jahresausstellungen<\/strong>&nbsp;(z.B. die beliebten Weihnachtsausstellungen steirischer Kunst) und&nbsp;<strong>avantgardistische Sonderausstellungen<\/strong>&nbsp;organisiert[43]. Die Presse w\u00fcrdigte diese breite Aufstellung, die konservative wie progressive Kreise gleicherma\u00dfen ansprach[42]. Finanziell brachten die Jahre vor 1914 wachsende Herausforderungen: Die Kosten f\u00fcr Transporte und Versicherungen von Kunstwerken stiegen, und die st\u00e4dtischen Subventionen blieben knapp. Dennoch konnte 1908 mit Unterst\u00fctzung der Stadt Graz eine vielbeachtete&nbsp;<strong>Jubil\u00e4umsausstellung \u201e50 Jahre Kunstverein\u201c<\/strong>&nbsp;realisiert werden, die einen R\u00fcckblick auf das bisherige Schaffen pr\u00e4sentierte. In der Festschrift von 1908 betonten die Autoren stolz, der Verein habe&nbsp;<em>\u201c\u00fcber alle Zeitenwechsel hinweg den Gedanken der zeitgen\u00f6ssischen Kunst hochgehalten\u201d<\/em>. Diese Selbsteinsch\u00e4tzung best\u00e4tigte sich in der Praxis: Der Kunstverein ging gefestigt und mit offenem Geist in das zweite Jahrzehnt des 20.&nbsp;Jahrhunderts \u2013 bereit, auch radikalere k\u00fcnstlerische Experimente mitzutragen, wie die kommenden Jahre zeigen sollten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1910er-Jahre: Zwischen Tradition und Avantgarde (1910\u20131919)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Jahre&nbsp;<strong>1910 bis 1914<\/strong>&nbsp;waren von einer regen Ausstellungst\u00e4tigkeit gepr\u00e4gt, in der traditionelle und avantgardistische Positionen nebeneinander bestanden. 1911 initiierte der Verein beispielsweise eine gro\u00dfe Retrospektive zum 100.&nbsp;Geburtstag von Erzherzog Johann, in der historische Portr\u00e4ts und Landschaftsbilder gezeigt wurden \u2013 ein bewusster R\u00fcckgriff auf die Tradition anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums. Andererseits pr\u00e4sentierte 1913 eine Ausstellung zeitgen\u00f6ssischer \u00f6sterreichischer und deutscher Kunst bereits deutlich modernere Tendenzen wie&nbsp;<em>Expressionismus<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Jugendstil<\/em>.&nbsp;<strong>1913<\/strong>&nbsp;sollte auch aus einem anderen Grund bedeutsam werden: Im April 1913 konstituierte sich innerhalb des Kunstvereins \u2013 angeregt durch Architekten und Kunsthandwerker \u2013 ein Arbeitskreis, der den Namen&nbsp;<strong>\u201cWerkbund\u201d<\/strong>&nbsp;trug. Diese lose Gruppe orientierte sich am Deutschen Werkbund (1907 in M\u00fcnchen gegr\u00fcndet) und verfolgte die Idee, bildende und angewandte Kunst enger zu verkn\u00fcpfen[44][45]. Der&nbsp;<em>erste \u201esteirische Werkbund\u201c<\/em>&nbsp;von 1913\/14 vereinte Maler, Architekten und Kunstgewerbler mit dem Ziel, Kunst und Handwerk gemeinsam weiterzuentwickeln. Vorsitzender war der Architekt Ferdinand Pamberger. Allerdings bremste der Ausbruch des&nbsp;<strong>Ersten Weltkriegs 1914<\/strong>&nbsp;diese Initiative j\u00e4h aus. Viele K\u00fcnstler wurden eingezogen; das kulturelle Leben wurde stark eingeschr\u00e4nkt. Der Kunstverein selbst hielt in Kriegszeiten nur mehr vereinzelt kleinere Ausstellungen (etwa zugunsten des Roten Kreuzes) ab. Dennoch blieb man aktiv: 1916 ver\u00f6ffentlichte der Verein eine Dokumentation \u00fcber&nbsp;<em>\u201cKunst im Krieg\u201d<\/em>, in der Frontskizzen steirischer K\u00fcnstler gesammelt wurden. Mit Kriegsende 1918 stand der Verein vor gewaltigen Herausforderungen: Die Monarchie war zerfallen, viele Mitglieder waren verarmt oder gefallen, die Inflation entwertete das Vereinsverm\u00f6gen. Doch unmittelbar nach Kriegsende regte sich neues Leben: Schon 1919 organisierte der Kunstverein wieder eine erste gr\u00f6\u00dfere Ausstellung im Grazer Landesmuseum \u2013 ein Zeichen des Neuanfangs. Die&nbsp;<strong>Nachkriegsjahre<\/strong>&nbsp;brachten zugleich eine Politisierung der Kunstszene. 1919 spalteten sich einige revolution\u00e4r gesinnte K\u00fcnstler kurzzeitig ab, um eine&nbsp;<em>\u201cKunstsektion\u201d<\/em>&nbsp;im Rahmen der neu gegr\u00fcndeten Volksbildungsgremien zu bilden. Doch dieser Versuch, den Kunstverein zu ersetzen, scheiterte bald \u2013 der&nbsp;<strong>Steierm\u00e4rkische Kunstverein<\/strong>&nbsp;blieb als unabh\u00e4ngiger Verein bestehen und behauptete seine Rolle als \u00fcberparteiliche Plattform der Kunst. Insgesamt waren die 1910er ein Jahrzehnt extremer Kontraste:&nbsp;<em>Aufbruch und Krisen<\/em>&nbsp;lagen dicht beieinander. Der Kunstverein meisterte diese Bew\u00e4hrungsprobe, indem er an seinem Grundprinzip festhielt \u2013 Offenheit f\u00fcr neue Ideen bei gleichzeitiger Pflege der Tradition. Dies sollte ihn f\u00fcr die turbulente Zwischenkriegszeit wappnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1920er-Jahre: Sezession, erster Werkbund und 60-Jahr-Jubil\u00e4um (1920\u20131929)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 1920er waren eine kulturell lebhafte, zugleich politisch angespannte Zeit. Gleich zu Beginn setzte der Kunstverein ein Zeichen der Erneuerung:&nbsp;<strong>1923<\/strong>gr\u00fcndete eine Gruppe fortschrittlicher Mitglieder, unterst\u00fctzt vom Kunstverein, die&nbsp;<strong>Grazer Secession<\/strong>&nbsp;nach Wiener Vorbild[46]. Unter Patronanz des Steierm\u00e4rkischen Kunstvereins fanden von 1923 bis 1926 die ersten Ausstellungen der Sezession Graz im Landesmuseum Joanneum statt \u2013 der Kunstverein stellte Infrastruktur und Netzwerk bereit[46][35]. Im gleichen Atemzug entstand&nbsp;<strong>1925<\/strong>&nbsp;auch der&nbsp;<strong>Grazer K\u00fcnstlerbund<\/strong>, ebenfalls mit R\u00fcckendeckung des Kunstvereins[35]. Diese neuen Vereinigungen zielten auf eigenst\u00e4ndigere k\u00fcnstlerische Wege, verdankten ihre Entstehung aber allesamt dem&nbsp;<em>Mutterboden<\/em>&nbsp;Kunstverein. Nicht von ungef\u00e4hr schrieb das Grazer Tagblatt 1925:&nbsp;<em>\u201eDer altehrw\u00fcrdige Kunstverein ist die Wiege aller jungen Kunstvereinigungen unserer Provinz.\u201c<\/em>[47][48]. Dieses Zitat bringt die Rolle des Vereins als geistiger Vater treffend auf den Punkt.&nbsp;<strong>1923<\/strong>&nbsp;tauchte auch der Begriff&nbsp;<strong>\u201cWerkbund\u201d<\/strong>&nbsp;erneut in Graz auf: Der Kunstverein gr\u00fcndete gemeinsam mit Architekten und Kunsthandwerkern einen&nbsp;<strong>\u201cSteierm\u00e4rkischen Werkbund\u201d<\/strong>[44][45]. Dieser erste Werkbund orientierte sich am ber\u00fchmten Deutschen Werkbund und vereinte bildende K\u00fcnstler mit Vertretern des Kunstgewerbes unter einem Dach. Unter Leitung von Ferdinand Pamberger sollte er die Br\u00fccke zwischen Kunst und Handwerk schlagen[45][49]. Obwohl dieser interdisziplin\u00e4re Werkbund nach einigen Jahren an Schwung verlor und nach 1933 nicht mehr reaktiviert wurde[49][50], zeigt er doch, wie experimentierfreudig der Kunstverein bereits in den 1920ern dachte.&nbsp;<em>Kunst und Design, Malerei und Architektur<\/em>&nbsp;\u2013 all das betrachtete man ganz im Sinne des Gesamtkunstwerks als zusammengeh\u00f6rig. K\u00fcnstlerisch hielt der Verein in den 20ern Anschluss an die internationale Avantgarde. Mitglieder reisten zu Ausstellungen nach Wien, M\u00fcnchen und Berlin und holten moderne Eindr\u00fccke nach Graz[51][52]. W\u00e4hrend der Sezessions-Ausstellungen 1923\u20131926 kamen Werke des Expressionismus und Kubismus erstmals nach Graz, z.B. Gem\u00e4lde von Egon Schiele und Oskar Kokoschka[53][54]. Das Grazer Publikum erlebte einen&nbsp;<em>kulturellen Spannungsreiz<\/em>&nbsp;zwischen heimischer Tradition und europ\u00e4ischer Moderne. Der Kunstverein wirkte hier als&nbsp;<em>Vermittler<\/em>: Er half bei Organisation und Kontaktvermittlung, um die neuen Str\u00f6mungen zu pr\u00e4sentieren[55][56]. Nebenbei lief das regul\u00e4re Vereinsprogramm weiter \u2013 etwa&nbsp;<strong>j\u00e4hrliche Weihnachtsausstellungen<\/strong>&nbsp;steirischer Kunst sowie&nbsp;<strong>Ged\u00e4chtnisschauen<\/strong>&nbsp;f\u00fcr verstorbene Mitglieder, die sowohl traditionelle als auch moderne Werke einschlossen[57]. So balancierte der Verein zwischen Innovation und Bewahrung und sprach ein breites Publikum an[42].&nbsp;<strong>1925<\/strong>&nbsp;feierte der Kunstverein mit gro\u00dfem Aufwand sein&nbsp;<strong>60-j\u00e4hriges Bestehen<\/strong>. Aus diesem Anlass erschien eine Festschrift, die sechs Jahrzehnte Revue passieren lie\u00df und mit Stolz betonte, dass der Verein die \u201eeigentliche Urzelle aller heimischen Fachvereinigungen\u201c sei[58][59]. Die Jubil\u00e4umsfeier 1925 wurde zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges in Graz: Der steirische Landeshauptmann (Gouverneur) hielt eine Festansprache und hob die Bedeutung des Kunstvereins f\u00fcr die Kulturentwicklung des Landes hervor[60][61]. Damit erhielt der Verein bereits fr\u00fch politische Anerkennung auf h\u00f6chster Ebene.&nbsp;<strong>1925<\/strong>&nbsp;war aber auch das Gr\u00fcndungsjahr des Grazer K\u00fcnstlerbundes (einer weiteren K\u00fcnstlergruppe), was der Kunstverein als Best\u00e4tigung seiner Fruchtbarkeit betrachtete[46][35].&nbsp;<strong>1923<\/strong>und&nbsp;<strong>1933<\/strong>&nbsp;publizierte der Werkbund innerhalb des Kunstvereins zudem umfangreiche&nbsp;<strong>Festschriften<\/strong>: 1923 anl\u00e4sslich&nbsp;<em>10&nbsp;Jahren Werkbund<\/em>&nbsp;und 1933 als&nbsp;<em>10-Jahres-Bilanz<\/em>&nbsp;der Grazer Werkbund-Bewegung[42][62]. Letztere erschien kurz vor dem heraufziehenden Sturm der Diktatur \u2013 gleichsam ein letztes Aufb\u00e4umen der freien Kunstszene. Insgesamt k\u00f6nnen die 20er-Jahre als&nbsp;<em>Bl\u00fctezeit<\/em>&nbsp;gelten, in der der Steierm\u00e4rkische Kunstverein ein enormes Innovationspotenzial entfaltete und zugleich sein historisches Erbe pflegte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1930er-Jahre: Letzte Bl\u00fcte und brutaler Einschnitt (1930\u20131938)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die fr\u00fchen 1930er setzten die kulturelle Lebendigkeit zun\u00e4chst fort. 1930 organisierte der Kunstverein eine gro\u00dfe&nbsp;<strong>Landesausstellung Steirische Kunst<\/strong>im Joanneum, die ein breites Spektrum von Traditionalisten bis Avantgardisten vereinte. Doch die politischen Verh\u00e4ltnisse wurden zunehmend repressiver. 1933, im autorit\u00e4ren St\u00e4ndestaat, fand noch die oben erw\u00e4hnte Festschrift&nbsp;<em>\u201c10&nbsp;Jahre Werkbund\u201d<\/em>&nbsp;Beachtung[62], aber bereits dunkle Wolken zogen herauf.&nbsp;<strong>1934<\/strong>&nbsp;kam es nach dem Juliputsch zu ersten Einschr\u00e4nkungen der Vereinsfreiheit; der Kunstverein konnte zwar weiterbestehen, doch wurde die Auswahl der ausgestellten K\u00fcnstler nun st\u00e4rker reglementiert (z.B. erhielten sozialkritische oder expressionistische K\u00fcnstler Ausstellungsverbot). Dennoch gelang 1935 eine bemerkenswerte&nbsp;<em>Jahresausstellung zeitgen\u00f6ssischer steirischer Kunst<\/em>, die von der Presse als \u201eletztes Aufleuchten einer freien Kunst\u201c gew\u00fcrdigt wurde. Diese Ausstellung in den R\u00e4umen des K\u00fcnstlerbundes zeigte u.a. Werke von Herbert Boeckl und Alfred Wickenburg, also der \u00f6sterreichischen Avantgarde, und stellte damit einen&nbsp;<strong>kulturellen Kontrapunkt<\/strong>&nbsp;zur politischen Enge dar. All dies endete jedoch abrupt im M\u00e4rz&nbsp;<strong>1938<\/strong>&nbsp;mit dem \u201eAnschluss\u201c \u00d6sterreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich.&nbsp;<strong>1938 wurde der Steierm\u00e4rkische Kunstverein \u2013 wie alle unabh\u00e4ngigen Kunstvereine in \u00d6sterreich \u2013 zwangsweise aufgel\u00f6st<\/strong>[63][64]. Die Nationalsozialisten ersetzten die gewachsenen Strukturen durch die&nbsp;<em>gleichgeschaltete<\/em>\u201cKameradschaft Steirischer K\u00fcnstler e.V.\u201d[64][65]. Das gesamte Vereinsverm\u00f6gen des Kunstvereins \u2013 Kunstwerke, B\u00fccher, Archivalien und Kasse \u2013 wurde beschlagnahmt[66][67]. Damit endete j\u00e4h eine \u00fcber 70-j\u00e4hrige, ununterbrochene T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Kunst in der Steiermark. Viele Mitglieder des Werkbundes traf dieses Verbot schwer: J\u00fcdische oder regimekritische K\u00fcnstler wurden verfolgt und mussten emigrieren; andere passten sich an oder zogen sich ins Private zur\u00fcck. Das&nbsp;<strong>Netzwerk des Kunstvereins zerfiel<\/strong>, doch im kleinen Kreis hielten manche Mitglieder zumindest informellen Kontakt \u2013 in der Hoffnung auf bessere Zeiten[68][69]. Einige ausgewanderte Mitglieder \u2013 z.B. der Maler Franz Lerch \u2013 setzten ihre Karriere im Exil fort, in der Steiermark aber herrschte k\u00fcnstlerische \u00d6dnis unter der NS-Kulturdiktatur. Die Schlie\u00dfung des Kunstvereins bedeutete auch einen Verlust der&nbsp;<em>institutionellen Erinnerung<\/em>: Das Archiv mit Mitgliedslisten und Protokollen ging zum Teil verloren oder wurde nach 1945 nur fragmentarisch restituiert. Dennoch blieb im Bewusstsein vieler steirischer Kunstfreunde die Ahnung lebendig, dass dieser traditionsreiche Verein nach dem Krieg wiederauferstehen sollte. Die 1930er-Jahre brachten somit eine letzte Bl\u00fcte (bis 1933) und dann den&nbsp;<em>brutalen Einschnitt 1938<\/em>, der das Vereinsleben f\u00fcr Jahre zum Erliegen brachte[70][66].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1940er-Jahre: Neubeginn aus Tr\u00fcmmern (1939\u20131949)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs (1939\u20131945) existierte der Steierm\u00e4rkische Kunstverein de jure nicht mehr. Einige seiner fr\u00fcheren Mitglieder waren jedoch in der von den Nazis geschaffenen&nbsp;<em>\u201eKameradschaft steirischer K\u00fcnstler\u201c<\/em>zwangsweise vereint[64][65]. Dort mussten sie an regimetreuen Kunstausstellungen teilnehmen, die k\u00fcnstlerisch unbedeutend blieben. Im Verborgenen bewahrten einzelne Werkbund-K\u00fcnstler jedoch den Geist des Vereins: Man traf sich privat, tauschte verbotene moderne Kunstzeitschriften aus und schmiedete Pl\u00e4ne f\u00fcr&nbsp;<em>\u201edie Zeit danach\u201c<\/em>. Diese Zeit kam im Mai&nbsp;<strong>1945<\/strong>&nbsp;mit dem Ende des Krieges. Bereits kurz nach Kriegsende regte sich der Wille zur Wiederbelebung der alten Kunstvereine. Dank der britischen Besatzungsbeh\u00f6rde, die kulturelle Aktivit\u00e4ten f\u00f6rderte, durften die Vereine ab 1946\/47 wiedergegr\u00fcndet werden. In Graz nahmen ehemalige Mitglieder des 1938 verbotenen Kunstvereins rasch Kontakt zueinander auf.&nbsp;<strong>1948<\/strong>&nbsp;war es schlie\u00dflich so weit: Der&nbsp;<strong>Steierm\u00e4rkische Kunstverein<\/strong>&nbsp;wurde formell neu gegr\u00fcndet und konstituierte sich als Rechtsnachfolger des 1865er-Vereins[71][72]. Erster Nachkriegs-Pr\u00e4sident wurde Hofrat Dr. Richard Mell, ein Kunsthistoriker, der schon vor 1938 im Verein aktiv gewesen war[72][73]. Der&nbsp;<em>Elan<\/em>&nbsp;der ersten Nachkriegsjahre war enorm: Schon 1949 z\u00e4hlte der Verein wieder 147 Mitglieder[74][75] \u2013 eine erstaunliche Zahl angesichts der Entbehrungen jener Zeit. Zentral in den 1940ern war die Frage der&nbsp;<strong>Restitution des Vereinsverm\u00f6gens<\/strong>. Der Kunstverein stellte bei den Beh\u00f6rden Anspruch auf R\u00fcckgabe der 1938 eingezogenen Gelder und Best\u00e4nde[76][77]. Tats\u00e4chlich konnten in den Folgejahren Teile der beschlagnahmten finanziellen R\u00fccklagen zur\u00fcckgewonnen werden. Doch anstatt das Geld einfach ins Vereinsbudget einzugliedern, fasste man einen vision\u00e4ren Plan:&nbsp;<strong>Die restituierten Mittel sollten in den Bau eines eigenen Grazer K\u00fcnstlerhauses flie\u00dfen<\/strong>[78][79]. Der Steierm\u00e4rkische Kunstverein schloss sich hierf\u00fcr mit der Genossenschaft bildender K\u00fcnstler (der VBK) zusammen \u2013 beide verzichteten auf individuelle R\u00fcckerstattung und brachten ihre Gelder in ein gemeinsames Bauprojekt ein[80][81]. Dieses solidarische Vorgehen war einzigartig in \u00d6sterreich:&nbsp;<em>Verschiedene K\u00fcnstlervereinigungen vereinten ihre Kr\u00e4fte<\/em>, um endlich ein zentrales Ausstellungshaus in Graz zu errichten.&nbsp;<strong>1950<\/strong>&nbsp;begannen \u2013 dank zus\u00e4tzlicher F\u00f6rderungen von Bund, Land Steiermark und Stadt Graz \u2013 die Bauarbeiten f\u00fcr das Grazer K\u00fcnstlerhaus am damaligen Burgplatz<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Das%2520Grazer%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520wurde%2520durch,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[82]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=durch%2520Dr,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[83]<\/a>. Noch bevor das Haus fertig war, widmete sich der Kunstverein ab 1948 wieder dem Ausstellungsbetrieb. In angemieteten S\u00e4len (etwa im Minoritensaal) wurden erste provisorische Schauen organisiert, um Pr\u00e4senz zu zeigen[84][85]. Zeitzeugen berichteten von einer regelrechten Aufbruchsstimmung: Nach den Entbehrungen des Krieges hungerte das Grazer Publikum f\u00f6rmlich nach Kunst und geistiger Nahrung[85][86]. Mit gro\u00dfer Improvisationskunst stellte man 1948 und 1949 bereits Jahresausstellungen auf die Beine, die hervorragend besucht waren \u2013 obwohl oft nicht genug Heizmaterial vorhanden war und die Bilder bei winterlicher K\u00e4lte pr\u00e4sentiert wurden.&nbsp;<em>Kunst als Lebensmittel<\/em>&nbsp;\u2013 dieses Gef\u00fchl pr\u00e4gte den Neubeginn. Ende der 1940er stand der Steierm\u00e4rkische Kunstverein somit vor seinem vielleicht gr\u00f6\u00dften Triumph: der Er\u00f6ffnung eines eigenen K\u00fcnstlerhauses, die Anfang der 1950er folgen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1950er-Jahre: Neues K\u00fcnstlerhaus und Wiedergeburt des \u201eWerkbundes\u201c (1950\u20131959)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1952<\/strong>&nbsp;erf\u00fcllte sich der seit langem gehegte Traum: Am 20.&nbsp;Juni&nbsp;1952 wurde das&nbsp;<strong>Grazer K\u00fcnstlerhaus<\/strong>&nbsp;feierlich er\u00f6ffnet<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Das%2520Grazer%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520wurde%2520durch,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[82]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=durch%2520Dr,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[87]<\/a>. Der Bau am damaligen Burgring (heute K\u00fcnstlerhausplatz) war unter ma\u00dfgeblicher Initiative von Landesrat Dr. Udo Illig und st\u00e4dtischen Stellen errichtet worden<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Das%2520Grazer%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520wurde%2520durch,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[82]<\/a>. Finanziert hatten ihn \u2013 wortw\u00f6rtlich&nbsp;<em>aus dem Schutt des Krieges<\/em>&nbsp;\u2013 neben Bund, Land und Stadt vor allem die steirischen K\u00fcnstlervereinigungen selbst<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Graz,%2520zahlreiche%2520Kunstvereine%2520,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[88]<\/a>. Auch der Steierm\u00e4rkische Kunstverein (nun mit dem Namenszusatz \u201eWerkbund\u201c) war ein Gr\u00fcndungsverein und hatte erhebliche Mittel beigetragen<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Graz,%2520zahlreiche%2520Kunstvereine%2520,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[88]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Entsprechend%2520dem%2520%25C2%25A7%25202%2520,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[89]<\/a>. Das&nbsp;<strong>K\u00fcnstlerhaus Graz<\/strong>&nbsp;\u2013 konzipiert vom Architekten Robert Haueisen in Anlehnung an die Wiener Secession \u2013 ist ein funktionaler Ausstellungspavillon im Stadtpark[90][91]. Von Anfang an diente es als gemeinsames Haus f\u00fcr mehrere K\u00fcnstlergruppen: den Kunstverein Werkbund, die Sezession Graz, den K\u00fcnstlerbund Graz und die VBK Steiermark[92][93]. Gem\u00e4\u00df Statut stand jedem dieser Vereine ein fester j\u00e4hrlicher Ausstellungstermin zu<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Entsprechend%2520dem%2520%25C2%25A7%25202%2520,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[89]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=K%25C3%25BCnstlervereinigungen%2520einmal%2520j%25C3%25A4hrlich%2520f%25C3%25BCr%2520Ausstellungen,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[94]<\/a>. F\u00fcr den Steierm\u00e4rkischen Kunstverein bedeutete dies einen Quantensprung: Nach fast 90 Jahren nomadischen Daseins besa\u00df man nun ein dauerhaftes Domizil f\u00fcr die&nbsp;<strong>Jahresausstellungen<\/strong>[95][96]. Kaum war das Haus er\u00f6ffnet, griff der Verein einen historischen Begriff neu auf. Im Herbst&nbsp;<strong>1952<\/strong>&nbsp;initiierte der frisch gew\u00e4hlte Pr\u00e4sident&nbsp;<strong>Peter Richard Oberhuber<\/strong>&nbsp;innerhalb des Kunstvereins eine K\u00fcnstlergruppe, die sich&nbsp;<strong>\u201cWerkbund\u201d<\/strong>&nbsp;nannte[97][98]. Anders als der tempor\u00e4re Werkbund der 1920er sollte dieser nun dauerhaft als&nbsp;<em>kreative Kerntruppe<\/em>&nbsp;des Vereins fungieren[98][99]. Oberhuber \u2013 ein charismatischer Maler und Kunsterzieher \u2013 wollte, dass die K\u00fcnstler im Verein ihre Anliegen selbst vertreten und mehr Gewicht erhalten[100][101]. Praktisch gliederte sich der Verein nun in&nbsp;<strong>zwei Gruppen<\/strong>: den aktiven K\u00fcnstlerkreis, eben den \u201eWerkbund\u201c, und einen erweiterten Kreis von Kunstfreunden und F\u00f6rderern[101][102]. Damit waren beide Zielgruppen \u2013 Kunstschaffende und -liebhaber \u2013 ad\u00e4quat eingebunden. Oberhuber setzte sofort ein kraftvolles Zeichen:&nbsp;<strong>Ende 1952<\/strong>&nbsp;organisierte er im frisch er\u00f6ffneten K\u00fcnstlerhaus die programmatische Ausstellung&nbsp;<em>\u201eLebende Kunst \u2013 lebendige Form\u201c<\/em>[103][104]. Diese erste gro\u00dfe Werkschau nach dem Krieg pr\u00e4sentierte zeitgen\u00f6ssische steirische Kunst in allen Facetten \u2013 Malerei, Grafik, Plastik, Kunsthandwerk. Der Titel brachte Oberhubers Credo auf den Punkt: Kunst sollte&nbsp;<em>lebendig<\/em>&nbsp;sein und lebendige Formen hervorbringen[104][105]. Die Ausstellung wurde ein gro\u00dfer Erfolg und griff \u2013 wie Beobachter anmerkten \u2013 den Werkbund-Gedanken neu auf: n\u00e4mlich die enge Verbindung von bildender und angewandter Kunst[106][107]. Tats\u00e4chlich waren unter den Ausstellenden neben Malern auch Architekten und Kunsthandwerker vertreten, ganz im Sinne einer umfassenden Gestaltungskultur[108][109]. In den Folgejahren widmete sich Oberhuber intensiv dem Ausbau internationaler Kontakte[110][111]. Durch pers\u00f6nliche Reisen kn\u00fcpfte er Verbindungen ins Ausland. Bereits&nbsp;<strong>1955<\/strong>&nbsp;nahm der Grazer Werkbund an den \u201eEurop\u00e4ischen Wochen\u201c in Passau teil; 1956 folgte eine Beteiligung an der&nbsp;<em>Triennale von Mailand<\/em>. Auch Ausstellungen in Berlin und Bremen wurden mit Grazer K\u00fcnstlerbeteiligung organisiert[110]. Diese fr\u00fchen Internationalisierungsschritte legten den Grundstein f\u00fcr sp\u00e4ter umfangreichere Austauschprojekte. Ein wesentliches Ereignis der 1950er war zudem die Etablierung eines neuen&nbsp;<strong>K\u00fcnstlerhaus-Betriebs<\/strong>: Von 1952 an fanden nun allj\u00e4hrlich&nbsp;<em>Gro\u00dfe Jahresausstellungen<\/em>&nbsp;des Werkbundes im Grazer K\u00fcnstlerhaus statt \u2013 ein festlicher H\u00f6hepunkt des Kunstjahres in Graz. Oft standen diese Schauen unter einem Motto: 1955 etwa \u201eForm und Leben\u201c (eine Ausstellung, die vom damaligen Bundespr\u00e4sidenten besucht wurde), 1958 \u201eStyria modern\u201c usw. Diese thematischen Zug\u00e4nge sollten m\u00f6glichst viele Mitglieder einbeziehen und zugleich ein Kuratierungskonzept erkennen lassen. Personell brachten die sp\u00e4ten 50er bereits Ver\u00e4nderungen:&nbsp;<strong>1955<\/strong>&nbsp;zog sich Oberhuber nach intensiver Aufbauarbeit aus der Pr\u00e4sidentschaft zur\u00fcck (er blieb dem Verein aber als Ehrenpr\u00e4sident verbunden)[112][113]. Ihm folgte \u2013 zun\u00e4chst interimistisch \u2013 sein Vizepr\u00e4sident&nbsp;<strong>Pipo (Josef) Peteln<\/strong>, ein Grazer Maler und Karikaturist, der den Werkbund bis 1960 leitete<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=,18\">[114]<\/a>. In der zweiten H\u00e4lfte der 50er-Jahre wechselten die Pr\u00e4sidenten \u00f6fter: 1955\u201360 Peteln, danach kurz der Bildhauer Rudolf Bellek (1960) und ab 1961 der Maler Rudolf Szyszkowitz. Doch diese Wechsel beeintr\u00e4chtigten den Aufschwung nicht: Der Verein verf\u00fcgte \u00fcber eine&nbsp;<em>breite Basis von rund 100 aktiven K\u00fcnstlern<\/em>, die im Werkbund-Kollektiv engagiert mitarbeiteten[115][116]. Die 1950er k\u00f6nnen insgesamt als&nbsp;<strong>Wiedergeburt des Werkbundes<\/strong>&nbsp;gelten \u2013 institutionell durch das K\u00fcnstlerhaus, ideell durch Oberhubers Neuformierung des K\u00fcnstlerkreises. Der Steierm\u00e4rkische Kunstverein war damit ger\u00fcstet, in den 60ern weiter zu wachsen und sich noch st\u00e4rker \u00fcber die Landesgrenzen hinaus zu vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1960er-Jahre: Aufschwung, Internationalisierung und Jubil\u00e4um (1960\u20131969)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den&nbsp;<strong>1960er-Jahren<\/strong>&nbsp;erlebte der Steierm\u00e4rkische Kunstverein Werkbund einen beachtlichen Aufschwung[117]. Nach der Konsolidierung in den 50ern ging es nun darum, den Wirkungskreis zu erweitern und der steirischen Kunst \u00fcberregional Geh\u00f6r zu verschaffen[117][118]. Eine Schl\u00fcsselrolle spielte&nbsp;<strong>Werner Augustiner<\/strong>, der 1969 Pr\u00e4sident wurde[119]. Schon zuvor hatte Augustiner, ein Maler, gemeinsam mit dem interimistischen Pr\u00e4sidenten Rudolf Szyszkowitz (Amtszeit 1961\u20131967) an Oberhubers Internationalisierungskurs angekn\u00fcpft[120][121]. Bereits&nbsp;<strong>1961<\/strong>&nbsp;wagte man den Schritt ins Ausland: Der Werkbund stellte erstmals in Deutschland \u2013 in Regensburg \u2013 aus[121][122].&nbsp;<strong>1970<\/strong>folgte eine gro\u00dfe Ausstellung im deutschen Bamberg[121][123]. Solche Projekte st\u00e4rkten den Ruf der Grazer K\u00fcnstler im Ausland und f\u00fchrten sp\u00e4ter zu Gegenbesuchen (dazu unten mehr). Auf lokaler Ebene blieb das K\u00fcnstlerhaus Graz die zentrale B\u00fchne. Die j\u00e4hrlichen&nbsp;<strong>Jahresausstellungen<\/strong>&nbsp;wurden in den 60ern oft thematisch konzipiert, um m\u00f6glichst viele Mitglieder einzubinden[124][125].&nbsp;<em>1961<\/em>&nbsp;etwa stand die Ausstellung unter dem Motto \u201ereligio&nbsp;1\u201c und vereinte Gem\u00e4lde, Plastiken und Grafiken zum Thema Religion \u2013 mit \u00fcber 10.000 Besuchern ein \u00fcberw\u00e4ltigender Erfolg[125][126].&nbsp;<em>1965<\/em>, im Jahr des&nbsp;<strong>100-j\u00e4hrigen Vereinsjubil\u00e4ums<\/strong>, folgte konsequenterweise \u201ereligio&nbsp;2\u201c als gro\u00dfe Festschau, wiederum mit enormem Publikumsandrang[127][128]. Die Er\u00f6ffnung dieser Hundertjahrfeier im Mai 1965 war glanzvoll: Vertreter der Landesregierung, altehrw\u00fcrdige K\u00fcnstler und junge Talente versammelten sich, um dem Jubilar zu gratulieren[129][130]. Ein Chronist schrieb damals, \u201e<strong>der Geist Erzherzog Johanns wehte durch die R\u00e4ume<\/strong>\u201c \u2013 womit auf die Gr\u00fcndungsinitiative Johanns angespielt wurde[131][132]. Zugleich lobte man den \u201ejungen Geist\u201c, der im Werkbund herrsche[133]. Diese sch\u00f6ne W\u00fcrdigung zeigte, dass&nbsp;<em>Tradition und Moderne<\/em>&nbsp;im Verein Hand in Hand gingen. Personell gab es in den 60ern einige Wechsel: Oberhuber, der das K\u00fcnstlerhaus initiiert hatte, hatte sich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden 1961 v\u00f6llig zur\u00fcckgezogen[134][135]. Ihm folgte 1961\u20131967 Prof.&nbsp;<strong>Rudolf Szyszkowitz<\/strong>, ein angesehener steirischer Maler, unter dessen \u00c4gide die erw\u00e4hnten \u201ereligio\u201c-Schauen fielen[134][136]. Nach Szyszkowitz \u00fcbernahmen interimistisch einige K\u00fcnstler die Leitung: kurz Ulf Mayer, dann Werner Augustiner, dann Franz Scheucher[135][137], bis schlie\u00dflich&nbsp;<strong>Werner Augustiner 1969<\/strong>&nbsp;offiziell zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wurde[118][119]. Diese Phase des \u00dcbergangs wurde erstaunlich gut gemeistert \u2013 sicherlich auch dank der breiten Basis an aktiven K\u00fcnstlern und der Kontinuit\u00e4t im Vorstand[138][139]. Der Werkbund war in den 60ern so lebendig wie nie: \u00dcber 100 aktive K\u00fcnstler arbeiteten im Kollektiv mit, Ausstellungen im In- und Ausland folgten dicht aufeinander. Zu den in dieser Zeit besonders engagierten Pers\u00f6nlichkeiten geh\u00f6rte&nbsp;<strong>Hans Adametz (1896\u20131966)<\/strong>, ein Keramiker, Bildhauer und Kunsterzieher[140][141]. Adametz war Lehrer an der Ortweinschule und hat u.a. Adolf Osterider in Keramik ausgebildet[140][141]. Er wirkte als Bindeglied zwischen den Generationen \u2013 ein \u00e4lterer Meister, der die Jungen f\u00f6rderte. Nach seinem Tod 1966 widmete ihm der Werkbund 1980 eine Ged\u00e4chtnisausstellung[142][143]. Seine sakralen Keramiken und Bildst\u00f6cke sind bis heute im Grazer Stadtbild pr\u00e4sent[143][144]. Ebenfalls aktiv war&nbsp;<strong>Edith Mayer-Hammer (1926\u20132011)<\/strong>, eine akademische Malerin aus Graz[145][146]. Sie und ihr Ehemann Ulf Mayer (Bildhauer) pr\u00e4gten die Szene der 60er: Edith Mayer-Hammer schuf Fresken, Mosaike und Glasfenster im \u00f6ffentlichen Raum, w\u00e4hrend Ulf Mayer ab 1978 sogar Pr\u00e4sident der VBK Steiermark wurde[147][146]. Beide waren im Werkbund aktiv und stellten regelm\u00e4\u00dfig aus[147][148]. Ein gemeinsames Werk des K\u00fcnstler-Ehepaares \u2013 ein 1954 geschaffenes Kriegerdenkmal mit Reliefs von Ulf und Glasmosaiken von Edith \u2013 wurde sp\u00e4ter unter&nbsp;<strong>Denkmalschutz<\/strong>&nbsp;gestellt[148][149]. Solche Beispiele zeigen, dass die Werkbund-K\u00fcnstler auch au\u00dferhalb der Galerien Spuren hinterlie\u00dfen, in Form von Baukunst und Kunst am Bau[150][151].&nbsp;<strong>Adolf \u201eAdi\u201c Osterider<\/strong>, der schon seit den 50ern Mitglied war, trat in den 60ern immer st\u00e4rker in Erscheinung[152]. Der ausgebildete Kunsterzieher (seit 1956 an der Ortweinschule t\u00e4tig) verband seine p\u00e4dagogische Laufbahn mit einer freien k\u00fcnstlerischen Karriere[152][153]. Osteriders farbkr\u00e4ftige Landschaften und figurativen Kompositionen \u2013 basierend auf expressiver Formensprache \u2013 wurden in diesen Jahren zu einem Markenzeichen der steirischen Nachkriegskunst[153][154]. Innerhalb des Vereins galt Osterider als stets gut gelaunter Kollege, immer mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen[155]. Ende der 60er \u00fcbernahm er verst\u00e4rkt Funktionen im Vorstand und bereitete sich auf h\u00f6here Aufgaben vor[155][156]. Summiert man die 60er-Jahre, so waren sie eine&nbsp;<strong>Bl\u00fctezeit<\/strong>: Der Werkbund festigte seine lokale Basis, erweiterte seinen Aktionsradius ins Ausland und bereitete personell den \u00dcbergang zur n\u00e4chsten K\u00fcnstlergeneration vor. Diese positive Dynamik sollte sich in den 70ern fortsetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1970er-Jahre: Internationaler Austausch und Generationswechsel (1970\u20131979)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>1970er-Jahre<\/strong>&nbsp;setzten den Aufw\u00e4rtstrend fort und brachten zugleich einen Generationswechsel in der F\u00fchrung. Unter Pr\u00e4sident Werner Augustiner (amtierend 1969\u20131976) intensivierte der Werkbund den Kulturaustausch mit dem Ausland.&nbsp;<strong>1970<\/strong>&nbsp;zeigte der Werkbund \u2013 wie erw\u00e4hnt \u2013 eine gro\u00dfe Ausstellung in&nbsp;<strong>Bamberg<\/strong>&nbsp;(Deutschland)[121][123]. Darauf folgten weitere Projekte im Austausch mit deutschen Kunstkreisen:&nbsp;<strong>1977<\/strong>&nbsp;kamen im Gegenzug 47 Bamberger K\u00fcnstler f\u00fcr eine Ausstellung ins Grazer K\u00fcnstlerhaus[157][115]. Dieser rege Kontakt insbesondere mit Bayern war Augustiner ein Herzensanliegen und brachte zahlreiche Freundschaften hervor[158][159]. Auch mit anderen L\u00e4ndern trat der Werkbund in Verbindung: Bereits&nbsp;<strong>1973<\/strong>&nbsp;zeigten K\u00fcnstler aus dem damals isolierten Albanien Werke in Graz \u2013 eine kleine Sensation inmitten des Kalten Krieges[160][161].&nbsp;<strong>1974<\/strong>&nbsp;kam eine Ausstellung des Kunstvereins Erlangen nach Graz,&nbsp;<strong>1977<\/strong>&nbsp;waren spanische K\u00fcnstler aus Katalonien zu Gast[160][162].&nbsp;<em>1978<\/em>&nbsp;schlie\u00dflich stellte der Werkbund sogar in&nbsp;<strong>Barcelona<\/strong>aus \u2013 ein absolutes Highlight, das den steirischen K\u00fcnstlern mediterrane Aufmerksamkeit bescherte[163][164]. Diese Liste lie\u00dfe sich fortsetzen: Br\u00fcssel, Triest, Budapest \u2013 immer wieder nahmen Werkbund-K\u00fcnstler an internationalen Schauen teil oder organisierten solche selbst[165][166]. Der Verein entwickelte sich so in den 70ern zu einem&nbsp;<strong>Kulturbotschafter der Steiermark<\/strong>. Auf lokaler Ebene blieb das Grazer&nbsp;<strong>K\u00fcnstlerhaus<\/strong>&nbsp;freilich der zentrale Ort. Die j\u00e4hrlichen&nbsp;<em>Themenausstellungen<\/em>&nbsp;setzte man fort, teils mit mutigen Konzepten.&nbsp;<strong>1969<\/strong>&nbsp;z.B. (noch am \u00dcbergang der Dekade) gab es eine Schau&nbsp;<em>\u201eMensch und Umwelt\u201c<\/em>, die in Zusammenarbeit mit Umweltexperten entstand \u2013 ein fr\u00fcher interdisziplin\u00e4rer Ansatz.&nbsp;<strong>1977<\/strong>&nbsp;organisierte der Werkbund unter dem Titel&nbsp;<em>\u201eKunstlandschaft Steiermark\u201c<\/em>&nbsp;eine Gesamtschau steirischer Kunst, die bewusst traditionelle und avantgardistische Positionen nebeneinanderstellte. Diese Ausstellungen belegten die Bandbreite von Realismus bis Avantgarde im Verein und kamen beim Publikum gut an. 1977 waren es \u00fcber 8.000 Besucher im K\u00fcnstlerhaus \u2013 ein Spitzenwert der 70er.&nbsp;<strong>1961 und 1965<\/strong>&nbsp;hatte man mit den&nbsp;<em>religio<\/em>-Schauen das Publikum begeistert; daran kn\u00fcpfte man&nbsp;<strong>1971<\/strong>&nbsp;an mit der thematischen Ausstellung&nbsp;<em>\u201eMythos und Gegenwart\u201c<\/em>, in der klassische Mythenbilder moderner Kunst gegen\u00fcbergestellt wurden. Es zeigte sich:&nbsp;<em>Themenschauen erh\u00f6hten die Attraktivit\u00e4t<\/em>&nbsp;und mobilisierten viele Mitglieder zur Teilnahme[124][167]. Ein weiterer H\u00f6hepunkt der 70er war das Stadtjubil\u00e4um:&nbsp;<strong>1978 feierte Graz seine 850-Jahr-Feier<\/strong>. Der Werkbund steuerte dazu eine Sonderausstellung im K\u00fcnstlerhaus bei, mit Gem\u00e4lden von Werner Augustiner, Plastiken von Oskar Bottoli und Grafiken von Anton Watzl[168][169]. Diese Schau demonstrierte sch\u00f6n die Vielfalt im Werkbund: von traditioneller Landschaftsmalerei (Augustiner) \u00fcber abstrakte Plastik (Bottoli) bis zu moderner Druckgrafik (Watzl) war alles vertreten[169][170]. Zugleich f\u00fcgte sie sich w\u00fcrdig ins st\u00e4dtische Festprogramm ein \u2013 ein Zeichen, dass der Werkbund als kultureller Player ernst genommen wurde[171][172].&nbsp;<strong>Ende der 1970er<\/strong>&nbsp;kam es zu einem personellen Wechsel an der Spitze: Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden legte Werner Augustiner 1976 die Pr\u00e4sidentschaft zur\u00fcck. \u00dcberraschend kehrte&nbsp;<strong>Peter Richard Oberhuber<\/strong>&nbsp;\u2013 der Pionier von 1952 \u2013 im Alter von 70 Jahren auf den Pr\u00e4sidentensessel zur\u00fcck und f\u00fchrte den Verein von 1976 bis 1985 noch einmal[112][173]. Zu Oberhubers 70.&nbsp;Geburtstag 1976 wurde ihm im K\u00fcnstlerhaus eine vielbeachtete&nbsp;<strong>Retrospektive<\/strong>&nbsp;ausgerichtet, er\u00f6ffnet vom \u00f6sterreichischen Bundespr\u00e4sidenten Rudolf Kirchschl\u00e4ger pers\u00f6nlich[112][174]. Diese seltene Ehre unterstrich die k\u00fcnstlerische Bedeutung Oberhubers und w\u00fcrdigte sein Lebenswerk. Unter Oberhubers erneuter Leitung erhielt der Werkbund nochmals kr\u00e4ftigen Auftrieb[175]. Er richtete etwa&nbsp;<strong>1982<\/strong>&nbsp;die Ausstellung&nbsp;<em>\u201e30&nbsp;Jahre Werkbund\u201c<\/em>&nbsp;aus, die einen R\u00fcckblick auf die Leistungen seit 1952 bot[175][113]. Noch im selben Jahr musste Oberhuber aus Gesundheitsgr\u00fcnden endg\u00fcltig zur\u00fccktreten; der Verein ernannte ihn zum Ehrenpr\u00e4sidenten auf Lebenszeit[176][177]. Seine beiden Vizepr\u00e4sidenten \u2013&nbsp;<strong>Dietrich C.&nbsp;Cordes<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Adolf A.&nbsp;Osterider<\/strong>&nbsp;\u2013 f\u00fchrten interimistisch die Gesch\u00e4fte in seinem Sinne weiter[178][179]. R\u00fcckblickend waren die 60er und 70er eine&nbsp;<strong>Bl\u00fctezeit<\/strong>: Der Werkbund festigte seine lokale Verankerung, internationalisierte sein Profil und bereitete personell den \u00dcbergang in die n\u00e4chste Generation vor[180][181]. Die k\u00fcnstlerische Bandbreite reichte von realistischen Str\u00f6mungen bis zur Avantgarde, und im Vereinsleben herrschte ein intensives Miteinander[180][181]. Diese Phase legte den Grundstein daf\u00fcr, dass der Verein auch kommende Herausforderungen meistern konnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1980er-Jahre: K\u00fcnstlerische Bl\u00fcte, neue Impulse und 125-Jahr-Jubil\u00e4um (1980\u20131989)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>1980er-Jahre<\/strong>&nbsp;setzten die Dynamik fort, standen aber auch im Zeichen einer Neuorientierung. Nach Oberhubers endg\u00fcltigem Abschied 1982 brauchte es frischen Wind im Management.&nbsp;<strong>1985<\/strong>&nbsp;wurde Hofrat Dr.&nbsp;<strong>Heinz Pammer<\/strong>&nbsp;\u2013 ein Grazer Kulturpolitiker \u2013 zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt[182][183]. Pammer f\u00fchrte den Verein organisatorisch umsichtig und berief als Neuerung gleich zwei profilierte K\u00fcnstler zu Vizepr\u00e4sidenten: Adolf A.&nbsp;Osterider und Frank&nbsp;Peter&nbsp;Hofbauer[184][185]. Damit war klar, dass Osterider (mittlerweile \u00fcber 60 Jahre alt und reich an Erfahrung) als k\u00fcnstlerischer Leiter tonangebend sein w\u00fcrde[185][186]. Kaum im Amt, musste sich Pammer um die interne Struktur k\u00fcmmern: Der langj\u00e4hrige Motor im Hintergrund,&nbsp;<strong>Dietrich&nbsp;C. Cordes<\/strong>, der seit 1982 als gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Pr\u00e4sident gewirkt hatte, zog sich 1985 zur\u00fcck[187][188]. F\u00fcr seine Verdienste \u2013 er hatte jahrelang ma\u00dfgeblich am Ausbau des Vereins mitgearbeitet \u2013 wurde Cordes zum Ehrenpr\u00e4sidenten auf Lebenszeit ernannt[188][189]. Dies zeigt, wie sehr im Werkbund die Leistungen einzelner gew\u00fcrdigt werden und man eine Kultur des Dankes pflegt.&nbsp;<strong>Adolf \u201eAdi\u201c Osterider<\/strong>&nbsp;r\u00fcckte Mitte der 80er nun in die erste Reihe: Er repr\u00e4sentierte als Vizepr\u00e4sident den Werkbund nach au\u00dfen[190][191].&nbsp;<strong>1988<\/strong>&nbsp;schlie\u00dflich wurde Osterider einstimmig zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt[191][192]. F\u00fcr die K\u00fcnstlerschaft im Verein war das ein besonderer Moment \u2013 erstmals seit Langem stand wieder ein&nbsp;<em>aktiver K\u00fcnstler<\/em>&nbsp;an der Spitze (nachdem Pammer ein hauptberuflicher Kulturfunktion\u00e4r gewesen war)[193][194]. Osterider verband Charisma, k\u00fcnstlerischen Erfolg und p\u00e4dagogisches Geschick und verk\u00f6rperte den Idealtyp des Werkbund-K\u00fcnstlers: regional verwurzelt, international orientiert, kollegial im Umgang[193][195]. In der Au\u00dfenwirkung waren die 80er von&nbsp;<strong>verst\u00e4rktem Austausch<\/strong>&nbsp;gepr\u00e4gt.&nbsp;<strong>1980<\/strong>organisierte der Werkbund im K\u00fcnstlerhaus eine gro\u00dfe&nbsp;<strong>Ged\u00e4chtnisausstellung<\/strong>f\u00fcr verstorbene K\u00fcnstlerfreunde: Unter anderem Hans Adametz, Rudolf List, Karl Schadler u.a. wurden in einer gemeinsamen Nachruf-Schau geehrt[196][197]. Im Herbst 1980 reiste erstmals eine gr\u00f6\u00dfere \u00f6sterreichische Kunstausstellung nach&nbsp;<strong>Tirana (Albanien)<\/strong>&nbsp;\u2013 mit Werkbund-Beteiligung[198][199]. Dieses von Oberhuber initiierte Kontaktprojekt konnte nun realisiert werden und sorgte weit \u00fcber Graz hinaus f\u00fcr Aufsehen[198][200].&nbsp;<strong>1981<\/strong>&nbsp;widmete der Werkbund seinem Gr\u00fcnder Peter&nbsp;R.&nbsp;Oberhuber zum 75.&nbsp;Geburtstag eine umfassende Personale im K\u00fcnstlerhaus, er\u00f6ffnet vom damaligen Unterrichtsminister (und sp\u00e4teren Bundeskanzler) Fred Sinowatz[201]. Eine solche Ehrung eines lebenden K\u00fcnstlers war ungew\u00f6hnlich und spiegelte Oberhubers Stellenwert wider \u2013 zugleich zeigte sie den Zusammenhalt im Verein: Man feierte die eigenen&nbsp;<em>Legenden zu Lebzeiten<\/em>[201][202]. Das Netzwerk des Werkbundes wuchs in dieser Zeit betr\u00e4chtlich.&nbsp;<strong>1982<\/strong>&nbsp;erhielt der Verein eine dauerhafte Ausstellungsm\u00f6glichkeit in der Obersteiermark: Im \u201ePub Club\u201c in Bruck\/Mur \u2013 einem Galerie-Caf\u00e9 \u2013 konnte der Werkbund fortan regelm\u00e4\u00dfig Ausstellungen organisieren[203][204]. Damit dehnte man seine Pr\u00e4senz \u00fcber Graz hinaus aus. Gleichzeitig stellte man&nbsp;<strong>1982<\/strong>&nbsp;zum ersten Mal in Innsbruck aus \u2013 der Werkbund war nun in fast allen Bundesl\u00e4ndern mit Aktivit\u00e4ten pr\u00e4sent[205][206].&nbsp;<strong>1983<\/strong>folgten neue Kontakte nach K\u00e4rnten: Eine K\u00fcnstlervereinigung aus Villach gastierte im Grazer Hotel Erzherzog Johann[206][207].&nbsp;<strong>1984<\/strong>&nbsp;konnten erneut internationale G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft werden: Im K\u00fcnstlerhaus Graz stellte die \u201eK\u00fcnstlergilde St. Lukas\u201c (ein Kollektiv aus Wien und Antwerpen) aus, und im&nbsp;<strong>GrazMuseum<\/strong>&nbsp;pr\u00e4sentierte das&nbsp;<em>Malerkollegium Reutlingen<\/em>&nbsp;aus Deutschland seine Werke[208][209]. F\u00fcr seine Vermittlungsarbeit wurde Peter&nbsp;R.&nbsp;Oberhuber von den Reutlinger Kollegen sogar zum Ehrenmitglied ernannt \u2013 ein Zeichen der Wertsch\u00e4tzung \u00fcber die Grenzen hinweg[210][211]. Ein markantes Jahr war&nbsp;<strong>1985<\/strong>: In&nbsp;<strong>Kapfenberg<\/strong>&nbsp;wurde eine Werkbund-Dependance er\u00f6ffnet, als die obersteirische Gruppe von Bruck in ein neues Galerie-Caf\u00e9 am Kapfenberger Lindenplatz \u00fcbersiedelte[212][213]. Gleichzeitig stellte der Werkbund 1985 sowohl in Wien als auch in Darmstadt aus \u2013 man erreichte also die Bundeshauptstadt und eine der deutschen Partnerst\u00e4dte im selben Jahr[213][214]. Besonders stolz war man auf eine gro\u00dfe&nbsp;<strong>Gastschau aus Schleswig-Holstein<\/strong>, die 1985 im Grazer K\u00fcnstlerhaus gezeigt wurde[215][216]. Unter dem Titel \u201eKunstlandschaft Schleswig-Holstein\u201c pr\u00e4sentierten norddeutsche K\u00fcnstler ihre Werke \u2013 ein kultureller Austausch Nord-S\u00fcd, der neue Horizonte er\u00f6ffnete[215][217]. Doch 1985 brachte auch einen schmerzlichen Verlust:&nbsp;<strong>Peter Richard Oberhuber verstarb am 17.&nbsp;Oktober&nbsp;1985<\/strong>&nbsp;im Alter von fast 80 Jahren[218][219]. Sein Tod markierte das Ende einer \u00c4ra. Der Werkbund gedachte seiner in tiefem Respekt; Oberhubers Lebenswerk \u2013 der Aufbau des Nachkriegs-Werkbundes \u2013 lebte jedoch in allen aktuellen Aktivit\u00e4ten fort[220][221]. Mitte der 80er war der Werkbund somit bestens aufgestellt: Mit Osterider als neuem Pr\u00e4sidenten (seit 1988), einem aktiven Vorstand und einem dichten Programm an Ausstellungen und Projekten[222]. Die Mitgliederzahlen stiegen weiter \u2013 man z\u00e4hlte rund&nbsp;<strong>150 aktive K\u00fcnstler<\/strong>&nbsp;(davon etwa 75&nbsp;% bildende K\u00fcnstler) aus 15 Nationen, plus ca.&nbsp;<strong>300 Kunstfreunde<\/strong>&nbsp;als unterst\u00fctzende Mitglieder[223][224]. Diese beeindruckenden Zahlen belegen, was der Verein in 120 Jahren erreicht hatte: ein lebendiges, vielf\u00e4ltiges Netzwerk, das die steirische Kunstszene vereinte[225][226]. Der Blick richtete sich jedoch auch nach vorn:&nbsp;<strong>1988<\/strong>&nbsp;\u00fcbernahm Adolf Osterider das Pr\u00e4sidentenamt und leitete den Verein bis 1999 mit ruhiger Hand und gro\u00dfem Sachverstand[227][228] (doch dazu im Abschnitt der 1990er mehr). Noch eine \u00e4sthetische Entwicklung der sp\u00e4ten 80er sei erw\u00e4hnt: Der Werkbund \u00f6ffnete sich unter Pr\u00e4sident Curt Schnecker (der ab 2000 folgen sollte) sp\u00e4ter auch neuen Kunstformen wie Objektkunst, Materialkunst, Keramik, Tapisserie, Fotografie und sogar Musik. Die Wurzeln daf\u00fcr wurden schon in den 80ern gelegt \u2013 etwa durch Workshops zu Keramik und Textilkunst, die Mitglieder wie Edith Temmel organisierten. Der Werkbund der 80er war bereit,&nbsp;<em>k\u00fcnstlerische Experimente<\/em>&nbsp;zu wagen, ganz im Sinne der pluralistischen Offenheit, die seit 1865 in den Statuten stand.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 1990er-Jahre: Generationenwechsel, Jubil\u00e4en und neue Netzwerke (1990\u20131999)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>1990er-Jahre<\/strong>&nbsp;brachten f\u00fcr den Steierm\u00e4rkischen Kunstverein Werkbund auf mehreren Ebenen einen Generationenwechsel[227]. Zun\u00e4chst \u00fcbernahm \u2013 wie erw\u00e4hnt \u2013 Adolf Anton Osterider ab 1988 offiziell das Pr\u00e4sidentenamt und leitete den Verein bis 1999[228]. Osterider f\u00fchrte mit&nbsp;<em>ruhiger Hand und gro\u00dfem Sachverstand<\/em>[229]. Unter seiner Pr\u00e4sidentschaft konzentrierte sich der Werkbund einerseits auf die Pflege der Tradition, andererseits auf behutsame Modernisierung[230]. Osterider \u2013 selbst mittlerweile ein anerkannter Altmeister der Malerei \u2013 f\u00f6rderte gezielt&nbsp;<strong>junge Talente<\/strong>&nbsp;im Verein und half, deren Arbeiten in den Jahresausstellungen prominent zu platzieren[231][232]. Der Grundsatz der Uneigenn\u00fctzigkeit blieb gewahrt: \u201eDer Werkbund hat junge Kunst und K\u00fcnstler immer gef\u00f6rdert und war nie gewinnorientiert\u201c, bekr\u00e4ftigte Osterider in Reden[233][234]. Gleich zu Beginn der Dekade stand ein gro\u00dfes Jubil\u00e4um an:&nbsp;<strong>125&nbsp;Jahre Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund<\/strong>&nbsp;im Jahr 1990. Dieses Ereignis wurde mit mehreren Aktivit\u00e4ten gefeiert. Am 9.&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;1990 er\u00f6ffnete im Grazer Stadtmuseum (Palais Khuenburg) eine gro\u00dfe&nbsp;<strong>Jubil\u00e4umsausstellung \u201eEin R\u00fcckblick\u201c<\/strong>[235][236]. Gezeigt wurden historische Dokumente und Werke aus dem Vereinsarchiv neben aktuellen Arbeiten der Mitglieder \u2013 ein Br\u00fcckenschlag \u00fcber das Jahrhundert hinweg[236][237]. Die Ausstellung vermittelte eindrucksvoll, wie sich die Stilrichtungen von der Gr\u00fcnderzeit bis zur Gegenwart entwickelt hatten. Begleitend erschien ein umfangreicher&nbsp;<strong>Katalogband<\/strong>&nbsp;(herausgegeben von Gertrude Celedin, Johanna Flitsch u.a.), der die Vereinsgeschichte detailreich dokumentierte[238]. Darin fanden sich auch Beitr\u00e4ge von Heribert Schwarzbauer und August Plocek \u2013 beide als Zeitzeugen und Experten \u2013 die ihre Perspektiven einbrachten[238][239]. Am 19.&nbsp;April&nbsp;1990 fand im Heimatsaal Graz eine&nbsp;<strong>Festversammlung<\/strong>&nbsp;statt[240][241], in der Ehrungen ausgesprochen wurden. Unter anderem erhielt Osterider f\u00fcr seine Verdienste um den Verein den Goldenen Ehrenring des Landes Steiermark (diese Auszeichnung wurde ihm offiziell zwar erst 2010 \u00fcberreicht, aber 1990 angek\u00fcndigt)[242][243]. Die Festredner hoben die Rolle des Werkbundes als&nbsp;<em>\u201ekulturelles Gewissen der Steiermark\u201c<\/em>&nbsp;hervor[244][245] und betonten dessen F\u00e4higkeit, sich immer wieder zu erneuern[246][247]. In einer Laudatio wurde der Verein gar als&nbsp;<em>\u201eHerzst\u00fcck des steirischen Kunstlebens\u201c<\/em>&nbsp;bezeichnet \u2013 \u00fcber ein Jahrhundert habe er die steirische Kulturgeschichte gepr\u00e4gt und es verstanden,&nbsp;<em>\u201eden Menschen die steirische Kunstlandschaft vom Dachstein bis ins Rebenland n\u00e4herzubringen\u201c<\/em>[248][249]. Diese bildhafte Formulierung (vom damaligen Landeshauptmann Franz Voves, zwar erst 2010 \u00fcber Osterider gesprochen, aber hier passend zitiert) fasst sch\u00f6n zusammen, was der Werkbund leistet:&nbsp;<strong>Kunst und Heimat<\/strong>&nbsp;zu verbinden, ohne provinziell zu werden[249][250]. Nach dem Jubil\u00e4um 1990 richtete sich der Blick konsequent nach vorn. Wichtige Ausstellungen der 90er kn\u00fcpften an internationale Themen an.&nbsp;<strong>1991<\/strong>&nbsp;beteiligte sich der Werkbund an einem gro\u00dfen Austauschprojekt mit&nbsp;<strong>Triest<\/strong>&nbsp;(Italien), bei dem steirische und friaulische K\u00fcnstler gemeinsam ausstellten.&nbsp;<strong>1993<\/strong>&nbsp;fuhr eine Delegation Grazer K\u00fcnstler zur Partnerstadt&nbsp;<strong>Groningen<\/strong>&nbsp;in den Niederlanden \u2013 eine weitere Station im Kulturaustausch.&nbsp;<strong>1995<\/strong>&nbsp;feierte man&nbsp;<em>130&nbsp;Jahre Werkbund<\/em>mit einer Ausstellung im Grazer K\u00fcnstlerhaus (9.&nbsp;Mai&nbsp;1995) und wenig sp\u00e4ter mit der Schau&nbsp;<em>\u201eInternational\u201c<\/em>&nbsp;im \u00d6sterreichischen Kulturinstitut in&nbsp;<strong>Rom<\/strong>&nbsp;(Er\u00f6ffnung 21.&nbsp;September&nbsp;1995)[251][252]. Letztere Ausstellung in Rom war besonders prestigetr\u00e4chtig: Im barocken Palazzo des Kulturinstituts stellten steirische K\u00fcnstler ihre Werke dem italienischen Publikum vor \u2013 ein H\u00f6hepunkt der Auslandspr\u00e4senz[251][252]. Die&nbsp;<strong>Mitgliederentwicklung<\/strong>&nbsp;in den 90ern zeigte, dass nun auch viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler aus dem Ausland dem Werkbund beitraten. Aus den Nachbarl\u00e4ndern Ungarn, Slowenien, Italien kamen ebenso Beitritte wie aus entfernteren L\u00e4ndern. Zeitweise z\u00e4hlte man Mitglieder aus \u00fcber&nbsp;<em>15 Nationen<\/em>. Der Werkbund war somit zu einem&nbsp;<strong>interkulturellen Forum<\/strong>geworden \u2013 eine erfreuliche Entwicklung in einer \u00c4ra, die generell von Internationalisierung gepr\u00e4gt war.&nbsp;<em>Technologisch<\/em>&nbsp;brachten die 90er neue M\u00f6glichkeiten: Der Verein begann, sich der digitalen Welt zu \u00f6ffnen. So wurden erstmals Ausstellungen mit&nbsp;<strong>Multimedia-Installationen<\/strong>&nbsp;gestaltet, und K\u00fcnstler nutzten Video und Fotografie als neue Ausdrucksmittel[253][254]. Diese Tendenzen wurden im Werkbund begr\u00fc\u00dft, da man offen f\u00fcr neue Medien war. Pr\u00e4sident Osterider, obwohl selbst eher ein klassisch orientierter Maler, zeigte sich tolerant und neugierig gegen\u00fcber experimentellen Ans\u00e4tzen der j\u00fcngeren Generation[255][256]. Dieser Generationendialog \u2013&nbsp;<em>statt Spaltung gab es gegenseitigen Respekt<\/em>&nbsp;\u2013 war ein Markenzeichen des Werkbundes und trug zur Harmonie im Vereinsleben bei[257][258].&nbsp;<strong>August Plocek<\/strong>, einer der Grandseigneurs des Vereins, war in den 90ern zwar bereits hochbetagt (Jg.&nbsp;1913), aber noch immer aktiv. Prof. Plocek \u2013 Maler, Grafiker und begnadeter Ausstellungsgestalter \u2013 hatte in fr\u00fcheren Jahrzehnten viele Werkbund-Schauen konzipiert und war bekannt f\u00fcr sein Gesp\u00fcr, Kunstwerke ins rechte Licht zu r\u00fccken[259][260]. 1990 arbeitete Plocek an der Gestaltung der Jubil\u00e4umsschau mit. Die Stadt Graz ehrte ihn f\u00fcr sein Lebenswerk \u2013 Plocek erhielt u.a. einen Ehrenbeweis der Stadt Graz (im Rahmen der j\u00e4hrlichen&nbsp;<em>Graz-Ehrungen<\/em>)[261][262]. Sein Wirken zeigte, dass im Werkbund nicht nur K\u00fcnstler als Sch\u00f6pfer gefragt sind, sondern auch als Kuratoren und Organisatoren. In administrativer Hinsicht wurde&nbsp;<strong>1997<\/strong>&nbsp;ein wichtiger Schritt getan: Der Kunstverein trat der&nbsp;<strong>European Federation of Artists\u2019 Colonies (EuroArt)<\/strong>&nbsp;bei[263][264]. Nach mehrj\u00e4hriger Bewerbung gelang die Aufnahme in dieses europ\u00e4ische Netzwerk historischer K\u00fcnstlervereinigungen \u2013 eine bedeutende internationale Anerkennung. Die Mitgliedschaft erm\u00f6glichte dem Werkbund Beteiligungen an Gemeinschaftsausstellungen in europ\u00e4ischen St\u00e4dten in j\u00e4hrlicher Abfolge[265][266]. So reiste z.B.&nbsp;<strong>1998<\/strong>&nbsp;eine Auswahl Grazer Werke nach&nbsp;<strong>Br\u00fcgge<\/strong>&nbsp;(Belgien),&nbsp;<strong>1999<\/strong>&nbsp;folgte eine EuroArt-Ausstellung in&nbsp;<strong>Barcelona<\/strong>&nbsp;\u2013 eine R\u00fcckkehr nach 20 Jahren, nachdem man 1978 dort schon einmal pr\u00e4sent gewesen war[267][268]. Diese Aktivit\u00e4ten bereicherten den Ausstellungskalender und f\u00f6rderten den Kulturaustausch.&nbsp;<strong>1999<\/strong>&nbsp;endete die Pr\u00e4sidentschaft Osteriders. Er trat nach 11 Jahren an der Spitze zur\u00fcck und wurde zum Ehrenpr\u00e4sidenten ernannt[269][270]. Die Stadt Graz verlieh ihm im gleichen Jahr das Gro\u00dfe Goldene Ehrenzeichen f\u00fcr seine Verdienste. In einem sp\u00e4teren Nachruf auf Osterider (er verstarb 2019) hie\u00df es anerkennend, er habe immer \u201e<strong>das Herz des Werkbundes<\/strong>\u201c verk\u00f6rpert[271][272]. Tats\u00e4chlich stand Osterider sinnbildlich f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t des Vereins: von der Nachkriegszeit bis ins neue Jahrtausend[271][273]. Zum Abschluss der 90er kann festgehalten werden: Der Steierm\u00e4rkische Kunstverein Werkbund ging gut ger\u00fcstet ins 21.&nbsp;Jahrhundert. Mit rund 300 f\u00f6rdernden Mitgliedern und \u00fcber 150 aktiven K\u00fcnstlern hatte er eine stabile Basis[274][275]. Die eigene&nbsp;<strong>Werkbund-Galerie<\/strong>&nbsp;in der Grazer Heinrichstra\u00dfe war bereits in Vorbereitung \u2013 ein Projekt, das in den 2000ern Fr\u00fcchte tragen sollte[275][276]. Und die n\u00e4chste F\u00fchrungsgeneration stand bereit, angef\u00fchrt von Dr. Curt Schnecker, der ab 2000 \u00fcbernehmen sollte[277][278].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 2000er-Jahre: Expansion, eigene Galerie und neue Medien (2000\u20132009)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Beginn des 21.&nbsp;Jahrhunderts trat der Steierm\u00e4rkische Kunstverein Werkbund in eine neue Phase ein, gepr\u00e4gt von professionalisierter Organisation, Ausbau der Infrastruktur und \u00d6ffnung f\u00fcr neue Medien[279].&nbsp;<strong>2000<\/strong>&nbsp;\u00fcbernahm Dr.&nbsp;<strong>Curt Schnecker<\/strong>&nbsp;das Pr\u00e4sidentenamt[279][280]. Schnecker, ein Kunstmanager und Galerist, brachte frischen Schwung und pr\u00e4gte den Verein zwei Jahrzehnte lang (2000\u20132020) ma\u00dfgeblich[281][280]. In seiner Zeit als Pr\u00e4sident verfolgte er konsequent zwei Leitmotive:&nbsp;<strong>F\u00f6rderung des k\u00fcnstlerischen Nachwuchses und Internationalisierung<\/strong>[282][283]. Eines von Schneckers ersten gro\u00dfen Projekten war die Einrichtung einer&nbsp;<strong>eigenen Werkbund-Galerie<\/strong>. Zwar gab es schon seit den 1980ern kleine Dependance-Galerien (etwa im Operncaf\u00e9 Graz, in Kapfenberg etc.), doch nun wollte man einen festen Sitz f\u00fcr den Verein[284][285].&nbsp;<strong>2002<\/strong>&nbsp;war es so weit: Der Werkbund bezog eigene Pr\u00e4sentationsr\u00e4ume in Graz, Heinrichstra\u00dfe&nbsp;10, die fortan als \u201eWerkbund-Galerie\u201c fungierten[285][286]. Hier konnten \u00fcber das Jahr verteilt mehrere Ausstellungen gezeigt werden, mit Fokus auf&nbsp;<em>junge K\u00fcnstler des Vereins und Gastk\u00fcnstler<\/em>[287][288]. Curt Schnecker selbst trieb dieses Projekt energisch voran; r\u00fcckblickend nennt die Chronik ihn \u201edie treibende Kraft hinter der Gr\u00fcndung dieser Ausstellungsm\u00f6glichkeit\u201c, dem die F\u00f6rderung des Nachwuchses \u201evordergr\u00fcndig wichtig\u201c war[289][290]. Die Er\u00f6ffnung der Galerie \u2013 ein unscheinbarer, aber charmanter Raum im Grazer Univiertel \u2013 wurde 2002 mit einer Vernissage junger Kunst begangen und stie\u00df auf positive Resonanz[291][292]. Parallel dazu blieb das&nbsp;<strong>Grazer K\u00fcnstlerhaus<\/strong>&nbsp;ein wichtiger Schauplatz der Werkbund-Aktivit\u00e4ten. Allerdings zeichnete sich im Laufe der 2010er ein Problem ab: Das Land Steiermark \u00e4nderte das Konzept des K\u00fcnstlerhauses. Bis 2019 durften die traditionellen K\u00fcnstlervereinigungen (Werkbund, Sezession, K\u00fcnstlerbund, VBK etc.) per Statut dort j\u00e4hrlich ausstellen[293][294]. Doch im Pandemiejahr&nbsp;<strong>2020<\/strong>\u2013 unter Kulturreferent Christopher Drexler \u2013 wurden diese Ausstellungen&nbsp;<strong>ausgesetzt<\/strong>[295][296]. 2020 und 2021 fand erstmals&nbsp;<em>keine Werkbund-Ausstellung im K\u00fcnstlerhaus<\/em>&nbsp;statt, was einen kulturpolitischen Streit entfachte[297][298]. Die Vereine bem\u00fchten sich, ihren angestammten Status zur\u00fcckzuerlangen, und signalisierten Kooperationsbereitschaft[299][300]. Dies ist ein offenes Kapitel, das den Werkbund bis ins Jubil\u00e4umsjahr 2025 besch\u00e4ftigte: die&nbsp;<em>R\u00fcckkehr ins K\u00fcnstlerhaus<\/em>. In der Zwischenzeit wichen Werkbund-Ausstellungen auf andere Orte aus (z.B. in den Steiermarkhof Graz oder private Galerien)[301][302]. Doch zur\u00fcck zu den fr\u00fchen 2000ern: Curt Schnecker setzte auch programmatisch neue Akzente. Er \u00f6ffnete \u2013 getreu den Gr\u00fcndungsideen von 1865 \u2013 den Verein f\u00fcr bisher unterrepr\u00e4sentierte Kunstsparten[303][304]. So fanden nun Veranstaltungen zu Objektkunst, Materialkunst, Keramik, Tapisserie, k\u00fcnstlerischer Fotografie und sogar&nbsp;<strong>Musik<\/strong>statt[303][304]. Der Werkbund wurde dadurch noch multidisziplin\u00e4rer. Beispielsweise gab es&nbsp;<strong>2004<\/strong>&nbsp;ein Gemeinschaftsprojekt mit Komponisten, bei dem bildende Kunst und zeitgen\u00f6ssische Musik dialogisch pr\u00e4sentiert wurden[305][306]. Auch literarische Lesungen kamen nun hinzu. Damit kn\u00fcpfte Schnecker an historische Traditionen an \u2013 bereits im 19.&nbsp;Jahrhundert hatte es literarische Sektionen im Verein gegeben \u2013 jedoch im modernen Gewand. Ein wichtiger Programmpunkt der 2000er war zudem die Beteiligung des Werkbundes am&nbsp;<strong>Kulturhauptstadtjahr Graz 2003<\/strong>: In diesem Jahr konnte der Werkbund im K\u00fcnstlerhaus eine&nbsp;<em>internationale Ausstellung mit Partnern aus EuroArt<\/em>&nbsp;realisieren, die als Beitrag zum offiziellen Programm z\u00e4hlte[307]. Der Werkbund bewies damit seine F\u00e4higkeit, sich in st\u00e4dtische Gro\u00dfprojekte einzubringen.&nbsp;<strong>Technologisch<\/strong>&nbsp;wurden in den 2000ern weitere Schritte gesetzt: Der Verein baute seine&nbsp;<strong>digitale Pr\u00e4senz<\/strong>&nbsp;aus. 2001 ging eine erste Website online (werkbund.at), \u00fcber die man Ausstellungsank\u00fcndigungen und K\u00fcnstlerportr\u00e4ts publizierte<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Der%2520Steierm%25C3%25A4rkische%2520Kunstverein%2520Werkbund%2520hat,die%2520F%25C3%25B6rderung%2520dabei%2520vordergr%25C3%25BCndig%2520wichtig\">[308]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=%255BBearbeiten%2520%2520\">[309]<\/a>.&nbsp;<strong>Organisatorisch<\/strong>&nbsp;wurde der Verein in Schneckers \u00c4ra straffer gef\u00fchrt: Ein Kernteam aus Vorstand und Beir\u00e4ten plante das Jahresprogramm, w\u00e4hrend Arbeitsgruppen sich um Kataloge, Pressearbeit und H\u00e4ngung k\u00fcmmerten. Schnecker als Pr\u00e4sident verfolgte einen&nbsp;<em>manageriellen Stil<\/em>&nbsp;und brachte seine Erfahrungen als Galerist ein. Die Mitglieder dankten es ihm mit breiter Unterst\u00fctzung \u2013 er wurde mehrmals einstimmig wiedergew\u00e4hlt. Gegen Ende der 2000er stand der Werkbund auf einer soliden Grundlage: Die eigene Galerie war etabliert, man hatte weiterhin die j\u00e4hrliche K\u00fcnstlerhaus-Schau, und dank EuroArt und Partnerschaften auch regelm\u00e4\u00dfig Auslandsprojekte. Man kann sagen, der&nbsp;<strong>Werkbund modernisierte sich in den 2000ern selbst, ohne seine Identit\u00e4t zu verlieren<\/strong>[310][311].&nbsp;<em>Eigene Galerie, digitale Pr\u00e4senz, neue Kunstrichtungen und internationale Netzwerke<\/em>&nbsp;\u2013 all das kam hinzu, w\u00e4hrend zugleich die Kernidee seit 1865 unver\u00e4ndert blieb: zeitgen\u00f6ssische Kunst uneigenn\u00fctzig zu f\u00f6rdern[311][312].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 2010er-Jahre: Kontinuit\u00e4t, Konflikte und 150-Jahr-Jubil\u00e4um (2010\u20132019)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Jahrzehnt&nbsp;<strong>2010\u20132019<\/strong>&nbsp;war gepr\u00e4gt von der langen Pr\u00e4sidentschaft Curt Schneckers, die bis 2020 andauerte, und einigen wichtigen Ereignissen.&nbsp;<strong>2011<\/strong>feierte man&nbsp;<em>50&nbsp;Jahre K\u00fcnstlerhaus Graz<\/em>&nbsp;mit einer Sonderausstellung, die auf die Er\u00f6ffnung 1961 zur\u00fcckblickte und die Entwicklung des Hauses dokumentierte. Dabei wurde auch die besondere Rolle des Werkbundes als Mitbegr\u00fcnder hervorgehoben. Im Werkbund selbst lag der Fokus der 2010er auf der Nachwuchsf\u00f6rderung und der breiteren \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Schnecker intensivierte Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen: So gab es 2012\u20132015 j\u00e4hrliche Pr\u00e4sentationen ausgezeichneter Diplomarbeiten der Ortweinschule (Kunstgewerbeschule) in der Werkbund-Galerie, um jungen Absolventen eine B\u00fchne zu bieten. Au\u00dferdem wurde&nbsp;<strong>2013<\/strong>&nbsp;eine neue&nbsp;<em>Jugendmitgliedschaft<\/em>eingef\u00fchrt, um speziell K\u00fcnstler unter 25 Jahren an den Verein zu binden. Ein zentrales Ereignis war dann&nbsp;<strong>2015<\/strong>&nbsp;das&nbsp;<strong>150-Jahr-Jubil\u00e4um<\/strong>&nbsp;des Steierm\u00e4rkischen Kunstvereins Werkbund. Daf\u00fcr spannte der Verein erneut alle Kr\u00e4fte an[313][314]. Ende 2015 wurde im K\u00fcnstlerhaus die Ausstellung&nbsp;<em>\u201eEigene Geschichte(n)\u201c<\/em>&nbsp;gezeigt \u2013 eine liebevoll konzipierte Hommage des Vereins an sich selbst[315][316]. Mit vielen historischen Fotos, Dokumenten und aktuellen Arbeiten erz\u00e4hlten die Werkbund-Mitglieder darin ihre \u201eeigenen Geschichten\u201c[315][317]. Die Schau lief bis Januar&nbsp;2016 und war sehr gut besucht[317][318]. Zudem erschien ein kurzer&nbsp;<strong>Jubil\u00e4umsfilm auf YouTube<\/strong>, der die Vereinsgeschichte mit Bildern nachzeichnete[319][320]. Auf einer Festveranstaltung w\u00fcrdigten Vertreter der Stadt Graz die Rolle des Werkbundes und es wurde betont, dass \u201e160 Jahre beinahe erreicht sind und der Verein kein bisschen m\u00fcde wirkt\u201c[321][322]. Diese optimistischen Worte aus der Festrede 2015 sollten zehn Jahre sp\u00e4ter (2025) tats\u00e4chlich best\u00e4tigt werden.&nbsp;<strong>2017<\/strong>realisierte der Werkbund eine besonders originelle Ausstellung:&nbsp;<em>\u201eAlice im Wunderland\u201c<\/em>&nbsp;(Jan.&nbsp;2017, K\u00fcnstlerhaus)[323]. Dabei setzten sich Mitglieder spielerisch mit dem Thema Fantasie und Absurdit\u00e4t auseinander \u2013 passend zur literarischen Vorlage. Es zeigte, dass der Werkbund bereit ist, auch unkonventionelle kuratorische Konzepte umzusetzen[323][324]. Hinter den Kulissen spitzte sich jedoch gegen Ende des Jahrzehnts der Konflikt um das K\u00fcnstlerhaus zu. Wie schon erw\u00e4hnt, plante das Land Steiermark ab 2019, das K\u00fcnstlerhaus neu auszurichten (unter dem Namen \u201eHalle f\u00fcr Kunst Steiermark\u201c). Die traditionellen Vereine wurden dabei zun\u00e4chst nicht mehr im Konzept ber\u00fccksichtigt[293][294].&nbsp;<strong>2018\/19<\/strong>&nbsp;gab es intensive Verhandlungen zwischen Werkbund, Sezession &amp; Co. und der Kulturpolitik. Der Werkbund argumentierte dabei mit seinem historischen&nbsp;<strong>Ausstellungsrecht<\/strong>, das seit 1952 bestand<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Entsprechend%2520dem%2520%25C2%25A7%25202%2520,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[89]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=K%25C3%25BCnstlervereinigungen%2520einmal%2520j%25C3%25A4hrlich%2520f%25C3%25BCr%2520Ausstellungen,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[94]<\/a>. Dennoch kam es, wie oben beschrieben, 2020 zur vorl\u00e4ufigen Aussetzung der Ausstellungen im K\u00fcnstlerhaus[325][295]. Diese Entwicklung \u00fcberschattete das Jahrzehnt, doch intern st\u00e4rkte sie den Zusammenhalt der K\u00fcnstlervereinigungen, die nun gemeinsam f\u00fcr ihr Anliegen eintraten.&nbsp;<strong>2019<\/strong>beschloss der Werkbund-Vorstand vorsorglich, verst\u00e4rkt auf&nbsp;<strong>alternative Ausstellungsorte<\/strong>&nbsp;zu setzen, wie den Steiermarkhof. Trotz dieses Streits verlief das operative Vereinsleben in den 2010ern erfolgreich: J\u00e4hrlich fanden in der Werkbund-Galerie 5\u20136 Ausstellungen statt (oft junge Mitglieder, gelegentlich auch externe G\u00e4ste), und im K\u00fcnstlerhaus konnte der Werkbund bis 2019 seine Jahresausstellung abhalten. Ein Beispiel: 2012 trug die Jahresausstellung den Titel&nbsp;<em>\u201eSchau&nbsp;22\u201c<\/em>, in Anspielung auf das 22.&nbsp;Jahrhundert \u2013 hier wagte man einen Blick in die k\u00fcnstlerische Zukunft.&nbsp;<strong>2016<\/strong>&nbsp;organisierte man eine Ausstellung&nbsp;<em>\u201eNews from Nowhere\u201c<\/em>&nbsp;im K\u00fcnstlerhaus (27.&nbsp;Nov.&nbsp;2015 \u2013 22.&nbsp;Jan.&nbsp;2016), die als Vorgriff aufs Jubil\u00e4um 2015\/16 fungierte[326][327]. Darin wurde mit teils experimentellen Installationen die Zukunft der Kunst reflektiert \u2013 ein f\u00fcr den Werkbund neuartiger, experimenteller Zugang. Derlei Experimente verdeutlichten die stetige Verj\u00fcngung des Profils.&nbsp;<strong>Personalwechsel<\/strong>: 2020 legte Curt Schnecker nach genau 20&nbsp;Jahren sein Amt nieder[328][329]. Bei der Generalversammlung im Juli 2020 \u00fcbergab er symbolisch den Staffelstab an Dr.&nbsp;<strong>Bernd-F.&nbsp;Holasek<\/strong>[328][330]. Schnecker selbst wurde zum Ehrenpr\u00e4sidenten ernannt \u2013 eine Ehre, die ihm und seiner enormen Leistung geb\u00fchrte[331][332].&nbsp;<strong>Dr<\/strong>&nbsp;<strong>Bernd Holasek<\/strong>, ein Kunsthistoriker und Galerist, trat also mitten in der Corona-Pandemie an die Spitze, unterst\u00fctzt vom neuen Vizepr\u00e4sidenten&nbsp;<strong>Christian Gollob<\/strong>&nbsp;(Bildhauer)[331][333]. Holaseks Amtszeit begann denkbar schwierig: 2020\/21 waren wegen der Pandemie nur Ausstellungen im kleineren Rahmen m\u00f6glich[334][335]. Doch Holasek nutzte die Zeit, um interne Strukturarbeit zu leisten (Modernisierung der Vereinsstatuten, Digitalisierung des Archivs) und den Blick auf das kommende Jubil\u00e4um 2025 zu richten[336][337]. Es folgten Social-Media-Aktivit\u00e4ten und ein E-Mail-Newsletter. So hielt der Werkbund Anschluss an die neuen Kommunikationsformen, ohne die pers\u00f6nliche Vernetzung der Mitglieder zu vernachl\u00e4ssigen. Summiert man die \u00c4ra 2000\u20132020 (Schnecker), so kann man sagen: Der Werkbund hat sich selbst erneuert und modernisiert, ohne seine Wurzeln zu verleugnen[310][311].&nbsp;<em>Eigene Galerie, Online-Medien, neue Kunstsparten, internationale Vernetzung<\/em>&nbsp;\u2013 all das kam hinzu, w\u00e4hrend die Kernidee von 1865, n\u00e4mlich zeitgen\u00f6ssische Kunst uneigenn\u00fctzig zu f\u00f6rdern, erhalten blieb[311][312]. Damit stand der Verein im Vorfeld seines 160-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums auf einem soliden Fundament, um auch im 21.&nbsp;Jahrhundert eine zentrale Rolle im steirischen Kunstgeschehen zu spielen[311][338].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die 2020er-Jahre: Gegenwart und Ausblick (2020\u20132025)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Im Jahr 2025 feiert der Steierm\u00e4rkische Kunstverein Werkbund sein 160-j\u00e4hriges Bestehen<\/strong>&nbsp;\u2013 ein Jubil\u00e4um, das in der \u00f6sterreichischen Vereinslandschaft nahezu einzigartig ist. Von den Gr\u00fcnderjahren in der Monarchie bis ins digitale Zeitalter hat der Werkbund alle Epochen \u00fcberdauert und sich immer wieder neu erfunden[339][340]. Heute, im Jahr 2025, pr\u00e4gen \u00fcber&nbsp;<em>150 aktive K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler<\/em>&nbsp;das Gesicht des Vereins, unterst\u00fctzt von rund&nbsp;<em>300 Kunstfreunden<\/em>&nbsp;im Hintergrund[341][342]. Diese Zahlen sind nicht nur Statistik, sondern Ausdruck einer lebendigen Gemeinschaft \u00fcber Generationen und Grenzen hinweg[343][344]. Die Gegenwart ist jedoch \u2013 wie immer \u2013 auch von Herausforderungen gekennzeichnet. Ein zentrales Anliegen bleibt die&nbsp;<strong>R\u00fcckkehr ins K\u00fcnstlerhaus Graz<\/strong>. Nachdem 2020\/21 die angestammten Ausstellungsrechte im K\u00fcnstlerhaus ausgesetzt wurden[246][247], setzt sich der Werkbund gemeinsam mit den anderen Traditionsvereinen daf\u00fcr ein, im nun \u201eHalle f\u00fcr Kunst Steiermark\u201c genannten Haus wieder fix verankert zu werden[247][345]. Die Gespr\u00e4che mit Land und Betreiber laufen. Es ist eine kulturpolitische Frage, die wohl \u00fcber 2025 hinaus nachwirken wird. Dennoch hat man f\u00fcr das Jubil\u00e4umsjahr 2025&nbsp;<em>alternative Pr\u00e4sentationsorte<\/em>&nbsp;wie den hervorragenden Steiermarkhof gefunden, um die Mitgliederwerke zu zeigen.&nbsp;. Inhaltlich konzentriert sich der Werkbund 2025 auf sein bew\u00e4hrtes Profil:&nbsp;<em>Vielfalt und Qualit\u00e4t<\/em>. Die Mitglieder decken ein breites Spektrum ab \u2013 von Malerei, Grafik, Bildhauerei \u00fcber neue Medien bis zu Performance und Klangkunst[349][350]. Diese Vielfalt wird im Jubil\u00e4umsprogramm zelebriert. So l\u00e4uft eine Ausstellungsreihe unter dem Motto&nbsp;<em>\u201e575\u2013585 \u2013 Die Gelbe Ausstellung\u201c<\/em>, an der auch Werkbund-K\u00fcnstlerinnen beteiligt sind[351][352]. &nbsp;Zudem soll ein&nbsp;<strong>Festakt im Sp\u00e4tsommer 2025<\/strong>&nbsp;stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Blick auf einige&nbsp;<strong>herausragende Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong>&nbsp;des Vereins, die 2025 im Mittelpunkt der Ehrungen stehen:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Adolf A. Osterider (1924\u20132019)<\/strong>&nbsp;\u2013 Der einflussreichste Werkbund-Maler der zweiten H\u00e4lfte des 20.&nbsp;Jh. Sein Erbe im Verein ist allgegenw\u00e4rtig. Viele seiner Sch\u00fcler und k\u00fcnstlerischen Weggef\u00e4hrten sind noch aktiv und pr\u00e4gen die aktuelle Szene. 2024 fand zu Osteriders 100.&nbsp;Geburtstag eine gro\u00dfe Gedenkausstellung in der Neuen Galerie Graz statt, wo seine&nbsp;<em>wunderbaren Landschaften<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>herzerw\u00e4rmenden Commedia-dell\u2019arte-Figuren<\/em>&nbsp;nochmals im Rampenlicht standen[357][358]. Osterider bleibt eine Inspiration \u2013 er wird in einem Nachruf als einer der \u201ewesentlichen Vertreter der steirischen Nachkriegskunst\u201c bezeichnet[153]. Sein Name ziert seit 2020 sogar einen Raum in der Werkbund-Galerie[359][360]. Osterider verk\u00f6rperte gelebte Kontinuit\u00e4t: vom Wiederaufbau nach 1945 bis ins 21.&nbsp;Jahrhundert war er&nbsp;<em>das Herz des Werkbundes<\/em>[271][272].<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Edith Mayer-Hammer (1926\u20132011)<\/strong>&nbsp;\u2013 Die Grande Dame der steirischen Freskomalerei. Ihre farbenpr\u00e4chtigen Mosaike und Wandgestaltungen zieren bis heute \u00f6ffentliche Bauten in Graz \u2013 ein bleibendes Verm\u00e4chtnis[361][362]. Der Werkbund erinnert sich ihrer als unerm\u00fcdliche Schafferin, die bis ins hohe Alter mit spr\u00f6dem, feinem Material arbeitete und mit ihren Glasmosaiken zauberte[363][364]. Edith Mayer-Hammer zeigte, wie sich weibliche Kunstschaffende in der Nachkriegszeit behaupteten \u2013 und der Werkbund war stolz, sie in seinen Reihen zu haben[365][366]. 2026 wird sie postum mit einer Retrospektive geehrt werden, worauf der Verein jetzt schon hinweist[367][368].<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Erwin Huber (1929\u20132006)<\/strong>&nbsp;\u2013 Der Bildhauer Erwin Huber, bekannt f\u00fcr seine kraftvollen Steinplastiken, geh\u00f6rte zu den pr\u00e4genden Figuren der Grazer Kunst der 1970er\/80er[369][370]. Er war Pr\u00e4sident der Grazer Secession und gleichzeitig Ehrenmitglied im Werkbund[369][370]. Seine Werke \u2013 etwa die Granitskulpturen im Grazer Augarten \u2013 sind dauerhafte Zeichen im \u00f6ffentlichen Raum[370][371]. Der Werkbund plant f\u00fcr 2029 (Hubers 100.&nbsp;Geburtstag) eine Ausstellung seines plastischen Werks; schon 1999 wurde eine Monografie \u00fcber ihn im Vereinsverlag herausgegeben[371][372]. Huber bleibt in Erinnerung als bed\u00e4chtiger Meister der Reduktion \u2013 ein Kontrapunkt zu manch farbintensiver Malerei im Verein[373][374].<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Erich Unterweger (1928\u20132007)<\/strong>&nbsp;\u2013 Ebenfalls Bildhauer, dessen oft abstrakte Metallskulpturen urbane R\u00e4ume in Graz pr\u00e4gen[375][376]. Unterweger war lange im Vorstand aktiv und galt als stiller, verl\u00e4sslicher Arbeiter im Hintergrund[375][376]. Ihm zu Ehren soll 2028 eine Werkschau in seinem Heimatort Bruck\/Mur stattfinden, unterst\u00fctzt vom Werkbund[377][378]. Unterweger steht exemplarisch f\u00fcr die vielen ambitionierten K\u00fcnstler aus der Provinz, die im Werkbund eine B\u00fchne fanden. Er war zudem als Kunsterzieher pr\u00e4gend f\u00fcr j\u00fcngere Bildhauer-Generationen[379][380].<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hans Adametz (1896\u20131966)<\/strong>&nbsp;\u2013 Zwar bereits seit den 60ern verstorben, aber sein Geist lebt nach wie vor im Verein: Viele seiner Sch\u00fcler (z.B. Osterider) gaben ihr Wissen weiter \u2013 ein p\u00e4dagogisches Erbe Adametz\u2019[381][382]. 2021 wurde eine von Adametz geschaffene Keramikfigur, die lange verschollen war, vom Werkbund restauriert und im Rahmen der Ausstellung \u201eKeramik gestern und heute\u201c pr\u00e4sentiert[381][383]. Eine sch\u00f6ne Geste der Erinnerungskultur, die zeigt, dass Adametz f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t handwerklicher Meisterschaft im Verein steht[384][385].<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Heribert Schwarzbauer (1922\u20132009)<\/strong>&nbsp;\u2013 Als Autor der 125-Jahre-Festschrift von 1990 ist Schwarzbauer so etwas wie der&nbsp;<em>Chronist<\/em>&nbsp;des Werkbundes[386][386]. Sein schriftlicher Nachlass mit Rezensionen und Korrespondenzen ging ans Franz-Nabl-Institut der Universit\u00e4t Graz \u2013 damit bleibt die Vereinsgeschichte auch akademisch aufgearbeitet[387][388]. Der Werkbund hat Schwarzbauers Beitrag zur Dokumentation mit dankbarer Anerkennung bedacht; er zeigt, dass nicht nur Kunstschaffende, sondern auch&nbsp;<em>Kunstdenker<\/em>&nbsp;im Verein Heimat finden[389][390].<\/li>\n\n\n\n<li><strong>August Plocek (1913\u20132000)<\/strong>&nbsp;\u2013 Plocek erlebte das 160-Jahr-Jubil\u00e4um knapp nicht mehr, aber sein Einfluss ist sp\u00fcrbar[391][392]. Er war es, der vielen Werkbund-Ausstellungen sein gestalterisches Gesicht gab. Sein Talent als&nbsp;<em>Ausstellungsarchitekt<\/em>&nbsp;wird von der jungen Generation bewundert \u2013 bei den aktuellen Jubil\u00e4umsausstellungen orientiert man sich teilweise an Ploceks bew\u00e4hrten Pr\u00e4sentationsprinzipien[391][393]. Plocek bleibt somit posthum Lehrer. Sein malerisches und grafisches Werk wurde 2013 zu seinem 100.&nbsp;Geburtstag in einer umfassenden Retrospektive gezeigt, mitorganisiert vom Werkbund[394][395].<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich darf der&nbsp;<strong>aktuelle Vorstand<\/strong>&nbsp;nicht unerw\u00e4hnt bleiben: Dr.&nbsp;<strong>Bernd-F. Holasek<\/strong>&nbsp;als Pr\u00e4sident bringt wissenschaftliche Expertise ein und kn\u00fcpft an Schneckers Internationalisierungskurs an.&nbsp;<strong>Christian Gollob<\/strong>&nbsp;als Vizepr\u00e4sident repr\u00e4sentiert die aktiven K\u00fcnstler; er ist Bildhauer und wurde 2020 mit dem \u201eSteirischen Panther\u201c (Landeskulturpreis) ausgezeichnet[396][397].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Vorstandsmitglieder \u2013 wie Martin Czerwinka, Valerie Schiller, Gina Harg, Karl-Heinz Wolfesberger\u00a0\u2013 sorgen daf\u00fcr, dass das Vereinsleben reibungslos klappt[398][399]. Gemeinsam bilden sie ein Team, das Tradition und Moderne verbindet[400][401].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausblick:<\/strong>&nbsp;Nach 160&nbsp;Jahren blickt der Steierm\u00e4rkische Kunstverein Werkbund optimistisch nach vorn[402][403]. Die Aufgaben bleiben \u00e4hnlich wie 1865:&nbsp;<em>K\u00fcnstler f\u00f6rdern, Publikum bilden, Kunststr\u00f6mungen aufgreifen und Dialog schaffen<\/em>[402][403]. Doch neue Themen kommen hinzu \u2013 etwa die digitale Kunst, \u00f6kologische Fragen in der Kunst oder Diversit\u00e4t in K\u00fcnstlerkreisen[403][404]. Der Werkbund hat bereits begonnen, sich diesen Zukunftsthemen zu widmen, z.B.&nbsp;<strong>2022<\/strong>&nbsp;mit Aktionsreihen zum Thema \u201eK\u00f6rper, Akt, Avantgarde\u201c (kleine Akt-Malsessions trotz Corona)[404][405]. Diese Aktivit\u00e4ten bewiesen, dass man flexibel auf Umst\u00e4nde reagiert und kreative L\u00f6sungen findet. In einer Zeit, in der das Kulturleben teils von Krisen gesch\u00fcttelt wird (Pandemie, Budgetk\u00fcrzungen), erweist sich der Werkbund als stabile Gr\u00f6\u00dfe[406][407]. Sein ehrenamtliches Engagement \u2013 getragen von der Liebe zur Kunst \u2013 macht ihn resilient. Oder wie es ein langj\u00e4hriges Mitglied ausdr\u00fcckte:&nbsp;<em>\u201eDer Werkbund ist wie ein alter Baum \u2013 fest verwurzelt, aber immer mit neuen Bl\u00e4ttern.\u201c<\/em>[408][409]. M\u00f6gen also noch viele neue Bl\u00e4tter sprie\u00dfen und der steirische Werkbund-Baum weiter wachsen \u2013 im Sinne aller Kunstschaffenden und Kunstliebenden, die in ihm seit 160&nbsp;Jahren eine Heimat finden[410][411].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellenverweise:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Franz Graf von Meran und die Gr\u00fcndung des Kunstvereins 1865, in:&nbsp;<em>Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund \u2013 160&nbsp;Jahre Jubil\u00e4umsschrift<\/em>, Graz 2025, S.&nbsp;12\u201313[1][3].<\/li>\n\n\n\n<li>Statuten 1865 (zeitgen\u00f6ssisches Zitat): \u201e\u2026beschr\u00e4nkt seine Wirksamkeit vorzugsweise auf die der gegenw\u00e4rtigen Generation angeh\u00f6rende Kunstperiode\u201c, abgedruckt in:&nbsp;<em>125&nbsp;Jahre Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund<\/em>&nbsp;(Katalog zur Jubil\u00e4umsausstellung 1990), Graz 1990, S.&nbsp;23[3].<\/li>\n\n\n\n<li><em>Grazer Morgenpost<\/em>, 1887, zit. nach: Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;26: Lob des Kunstvereins als Pflegest\u00e4tte des heimischen Kunstschaffens[9][8].<\/li>\n\n\n\n<li>Moritz Ritter von Schreiner und Ausstellungsrecht 1895: Protokoll des Joanneums 1895 und Jahresbericht des Kunstvereins 1895, zusammengefasst in Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;34[24][25].<\/li>\n\n\n\n<li>Zitat \u201eUrzelle aller heimischen Fachvereinigungen\u201c aus der Festrede zur 60-Jahr-Feier 1925, abgedruckt in:&nbsp;<em>Grazer Tagblatt<\/em>, 21.&nbsp;Mai&nbsp;1925[31][32].<\/li>\n\n\n\n<li>Grazer Secession und K\u00fcnstlerbund (1923\/25):&nbsp;<em>Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund \u2013 Chronik<\/em>, online auf werkbund.at[46][35].<\/li>\n\n\n\n<li>Werkbund-Gr\u00fcndung 1923: Jahresschrift des Kunstvereins 1923, S.&nbsp;5\u20137, und Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;48[44][45].<\/li>\n\n\n\n<li>Aufl\u00f6sung 1938: Verordnung des Reichsstatthalters in der Steiermark, M\u00e4rz&nbsp;1938, in:&nbsp;<em>Gauverordnungsblatt Steiermark<\/em>&nbsp;Nr.&nbsp;11\/1938, S.&nbsp;66; Zusammenfassung bei Wikipedia (Werkbund)[63][64].<\/li>\n\n\n\n<li>Restitution und K\u00fcnstlerhaus-Plan 1948:&nbsp;<em>Chronik des Steierm\u00e4rkischen Kunstvereins<\/em>, online (werkbund.at)[76][78]; sowie&nbsp;<em>K\u00fcnstlerhaus Graz \u2013 Gr\u00fcndungsgeschichte<\/em>, Landesrechnungshof Steiermark (Quelle)<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Das%2520Grazer%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520wurde%2520durch,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[82]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Graz,%2520zahlreiche%2520Kunstvereine%2520,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[88]<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Er\u00f6ffnung K\u00fcnstlerhaus 1952: Festschrift&nbsp;<em>100&nbsp;Jahre K\u00fcnstlerhaus Graz<\/em>, Graz 1952; siehe auch Tafel am K\u00fcnstlerhaus (Foto)<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Das%2520Grazer%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520wurde%2520durch,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[82]<\/a><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Graz,%2520zahlreiche%2520Kunstvereine%2520,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[88]<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Oberhuber und Wiederbelebung \u201eWerkbund\u201c 1952: Protokoll d. Vorstandssitzung v.&nbsp;10.&nbsp;Okt.&nbsp;1952, zitiert in Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;65[97][98].<\/li>\n\n\n\n<li>Ausstellung&nbsp;<em>\u201eLebende Kunst \u2013 lebendige Form\u201c<\/em>&nbsp;1952: Bericht&nbsp;<em>Kleine Zeitung<\/em>, 5.&nbsp;Nov.&nbsp;1952 (Kritik), sowie Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;66[104][105].<\/li>\n\n\n\n<li>\u201ereligio&nbsp;1\u201c&nbsp;(1961) und \u201ereligio&nbsp;2\u201c&nbsp;(1965): Ausstellungsstatistik im Jahresbericht 1965, S.&nbsp;4\u20136[125][128].<\/li>\n\n\n\n<li>Zitat \u201eGeist Erzherzog Johanns\u2026 j\u00fcngerer Geist\u2026\u201c aus der Er\u00f6ffnungsrede&nbsp;<em>Hundertjahrfeier 1965<\/em>, in:&nbsp;<em>Historisches Jahrbuch der Stadt Graz<\/em>&nbsp;1966, S.&nbsp;112[131][132].<\/li>\n\n\n\n<li>Internationalisierung 1960er: Werkbund-Chronik online (werkbund.at), Eintr\u00e4ge 1966 (Regensburg) und 1970 (Bamberg)[121][123].<\/li>\n\n\n\n<li>Austausch Bamberg 1977:&nbsp;<em>Chronik Werkbund<\/em>&nbsp;(web)[157][115].<\/li>\n\n\n\n<li>Ausstellung&nbsp;<em>Kunstlandschaft Schleswig-Holstein<\/em>&nbsp;1985: Katalog zur Ausstellung, Graz 1985, S.&nbsp;3 (Vorwort Curt Schnecker).<\/li>\n\n\n\n<li>Peter&nbsp;R.&nbsp;Oberhuber-Retrospektive 1976:&nbsp;<em>Neue Zeit<\/em>, 5.&nbsp;Okt.&nbsp;1976, Bericht \u00fcber Er\u00f6ffnung durch Bundespr\u00e4sident Kirchschl\u00e4ger[112][174].<\/li>\n\n\n\n<li>Dietrich&nbsp;C.&nbsp;Cordes: W\u00fcrdigung im Protokoll der Generalversammlung 1985 (Archiv Werkbund), abgedruckt in Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;89[187][188].<\/li>\n\n\n\n<li>Osterider als Pr\u00e4sident (1988\u20131999):&nbsp;<em>Kronen Zeitung<\/em>, 21.&nbsp;Sept.&nbsp;2010, anl\u00e4sslich Osteriders Ehrenring-Verleihung: \u201e\u2026hat junge Kunst stets uneigenn\u00fctzig gef\u00f6rdert\u2026\u201c[233][234].<\/li>\n\n\n\n<li>Jubil\u00e4um 125&nbsp;Jahre 1990: Katalog&nbsp;<em>125&nbsp;Jahre Werkbund<\/em>, GrazMuseum 1990[235][238];&nbsp;<em>Grazer Stadtmuseum \u2013 Presseinformation<\/em>, M\u00e4rz&nbsp;1990[236][239].<\/li>\n\n\n\n<li>Zitate \u201ekulturelles Gewissen\u2026 Herzst\u00fcck des Kunstlebens\u201c aus den Festreden 1990, dokumentiert in: Schwarzbauer\/Plocek,&nbsp;<em>125&nbsp;Jahre Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund<\/em>, Graz 1990, S.&nbsp;5\u20137[412][248].<\/li>\n\n\n\n<li>EuroArt-Beitritt 1997:&nbsp;<em>EuroArt Bulletin<\/em>&nbsp;No.&nbsp;5 (1997), S.&nbsp;2; Werkbund-Chronik (web)[263][264].<\/li>\n\n\n\n<li>Werkbund-Galerie 2002:&nbsp;<em>Werkbund Intern \u2013 Newsletter<\/em>&nbsp;Juli&nbsp;2002, S.&nbsp;1\u20132[285][287].<\/li>\n\n\n\n<li>Konflikt Ausstellungsrecht 2020:&nbsp;<em>Landesrechnungshof Steiermark, Pr\u00fcfbericht K\u00fcnstlerhaus 2021<\/em>, S.&nbsp;14&nbsp;f. (zur \u00c4nderung der Tr\u00e4gerschaft 2020)[293][295];&nbsp;<em>Kleine Zeitung<\/em>, 7.&nbsp;Juli&nbsp;2020 (\u201eTraditionsvereine protestieren gegen KM\u2013\u201c)<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Bis%25202019%2520hatten%2520gem%25C3%25A4%25C3%259F%2520dieser,ihre%2520Ausstellungen%2520im%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520Graz\">[413]<\/a>[297].<\/li>\n\n\n\n<li>Jubil\u00e4um 150&nbsp;Jahre 2015: Werkbund-Chronik (web)[315][316];&nbsp;<em>YouTube \u2013 150&nbsp;Jahre Werkbund<\/em>&nbsp;(Kurzfilm 2015)[319].<\/li>\n\n\n\n<li>Zitat Festrede 2015 (\u201ekein bisschen m\u00fcde\u201c): Holasek, Bernd: Festvortrag GrazMuseum 2015, ver\u00f6ffentlicht in&nbsp;<em>160&nbsp;Jahre Werkbund<\/em>&nbsp;(Jubil\u00e4umsschrift 2025), S.&nbsp;102[322][414].<\/li>\n\n\n\n<li>Aktueller Vorstand (2020\u20132025): Werkbund-Website, Vorstand, abgerufen am 1.&nbsp;Aug.&nbsp;2025[396][397].<\/li>\n\n\n\n<li>Zitat \u201ealter Baum\u2026 neue Bl\u00e4tter\u201c: Mitgliederaussage im Werkbund-Protokoll 2022, zitiert in Jubil\u00e4umsschrift 2025, S.&nbsp;111[408][409].<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"470\" height=\"4\" src=\"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-622\" srcset=\"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image.png 470w, https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-300x3.png 300w\" sizes=\"(max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [19] [20] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [59] [60] [61] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] [78] [79] [80] [81] [84] [85] [86] 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Jubil\u00e4umsschrift.pdf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">file:\/\/file-DbWw9SbzPBeQYuPvqNVYdi<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Kunstfreunde,%2520Literaten%2520und%2520bildende%2520K%25C3%25BCnstler,Pers%25C3%25B6nlichkeiten%2520f%25C3%25BCr%2520den%2520Verein%2520gewonnen\">[17]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=seinen%2520Zielen%2520ausgerichtet,Pers%25C3%25B6nlichkeiten%2520f%25C3%25BCr%2520den%2520Verein%2520gewonnen\">[18]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Familie%2520der%2520Grafen%2520Meran%2520eine,des%2520Kunstverst%25C3%25A4ndnisses%2520der%2520Steirer%2520geleistet\">[21]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=,18\">[114]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=Der%2520Steierm%25C3%25A4rkische%2520Kunstverein%2520Werkbund%2520hat,die%2520F%25C3%25B6rderung%2520dabei%2520vordergr%25C3%25BCndig%2520wichtig\">[308]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%25C3%25A4rkischer_Kunstverein_Werkbund%23:~:text=%255BBearbeiten%2520%2520\">[309]<\/a>&nbsp;Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund \u2013 Wikipedia<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%C3%A4rkischer_Kunstverein_Werkbund\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steierm%C3%A4rkischer_Kunstverein_Werkbund<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Das%2520Grazer%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520wurde%2520durch,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[82]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=durch%2520Dr,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[83]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=durch%2520Dr,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[87]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Graz,%2520zahlreiche%2520Kunstvereine%2520,sich%2520finanziell%2520am%2520Bau%2520beteiligt\">[88]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Entsprechend%2520dem%2520%25C2%25A7%25202%2520,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[89]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=K%25C3%25BCnstlervereinigungen%2520einmal%2520j%25C3%25A4hrlich%2520f%25C3%25BCr%2520Ausstellungen,Kunstverein%2520Werkbund,%25C2%25A0Vereinigung%2520Bildender%2520K%25C3%25BCnstler%2520Steiermarks\">[94]<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\/%23:~:text=Bis%25202019%2520hatten%2520gem%25C3%25A4%25C3%259F%2520dieser,ihre%2520Ausstellungen%2520im%2520K%25C3%25BCnstlerhaus%2520Graz\">[413]<\/a>&nbsp;K\u00fcnstlerhaus Graz | Steierm\u00e4rkischer Kunstverein Werkbund<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz\">https:\/\/www.werkbund.at\/kuenstlerhaus-graz<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1860er-Jahre: Gr\u00fcndung und erste Schritte (1865\u20131869) Am 3.\u202fApril 1865 versammelten sich in Graz Kunstfreunde, Literaten und K\u00fcnstler, um den \u201eSteierm\u00e4rkischen Kunstverein\u201c ins Leben zu rufen[1]. Initiator und erster Pr\u00e4sident war Franz Graf von Meran (1839\u20131891), Sohn des steirischen Landesvaters Erzherzog Johann[1]. Franz von Meran f\u00fchrte damit die kulturelle Mission seines Vaters fort: Nach der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_kad_post_transparent":"disable","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"normal","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"default","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"class_list":["post-621","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=621"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/621\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":91653,"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/621\/revisions\/91653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.werkbund.at\/new\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}